Die Migranten und Flüchtlinge sind nach den Erlebnissen oft traumatisiert. Viele haben Familienmitglieder auf der Flucht verloren, sind unterwegs in Haft misshandelt worden und haben ihr Leben auf der Fahrt über das Mittelmeer riskiert. "Eine medizinische und psychologische Betreuung bei ihrer Ankunft ist unerlässlich", betonte Dörner.
Nach ihrer Ankunft in Europa werden die Neuankömmlinge in Auffanglager gebracht. Es kann sein, dass sie dort bis zu 18 Monate festgehalten werden. Dort leben sie oft unter prekären Bedingungen, haben keinen oder nur begrenzten Zugang zu medizinischer Versorgung und eine ungewisse Zukunft. "Ärzte ohne Grenzen verurteilt, dass schutzlose Menschen systematisch in Lagern gefangen gehalten werden und fordert die neue deutsche Bundesregierung auf, sich für die menschenwürdige Behandlung der Migranten und Flüchtlinge einzusetzen", so Dörner.
Am Spreeufer stehen Holzfiguren, stellvertretend für die Migranten und Flüchtlinge an Europas Mittelmeerküsten, und erzählen ihre Geschichten. Eine Ausstellung mit Fotos und gemalten Bildern, die Patienten in einer Therapiesitzung mit Ärzte ohne Grenzen auf Malta erstellt haben, zeigen die dramatische Situation der Migranten und Flüchtlinge auf Malta.
Seit dem Jahr 2000 leistet Ärzte ohne Grenzen medizinische Nothilfe für Migranten und Flüchtlinge, die die europäischen Küsten mit Booten erreichen. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen versorgen die Ankommenden auf Malta, in Italien und Griechenland medizinisch und bieten ihnen psychologische Unterstützung an.
Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Pressestelle: