„Die Situation ist skandalös“, sagte Joke Van Peteghem, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Kenia. „Die Flüchtlinge haben alles riskiert, um den Kämpfen in Somalia zu entkommen. Einige von ihnen erzählen, dass sie dennoch lieber nach Mogadischu zurückgehen würden, als hier langsam zu sterben. Die Hilfsorganisationen können die wachsenden Bedürfnisse der geschwächten Bevölkerung in den Lagern nicht mehr erfüllen.“
Seit 18 Jahren fliehen Menschen aus Somalia in die Lager um Dadaab. Mehr als 80.000 Somalier sind aufgrund der zunehmenden Gewalt in ihrem Land im Jahr 2008 in Dadaab angekommen, so dass die Lager mehr als 270.000 Menschen beherbergen. Jedes Lager war für 30.000 Menschen geplant, hat aber ungefähr mehr als dreimal so viele aufgenommen. „In Bezug auf die humanitäre Situation sind das Zeitbomben“, sagte Canali, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Lager Dagahaley. „Viele Flüchtlinge haben in den Kämpfen schwere Verletzungen erlitten und erhalten nicht einmal lebensnotwendige Dinge wie Wasser, eine Unterkunft und medizinische Versorgung.“
Die mangelnde Wasser- und Sanitärversorgung birgt viele Gefahren. Einige Flüchtlinge müssen mit weniger als drei Litern Wasser am Tag auskommen und die schlecht gewarteten und wenigen Latrinen verstärken die Gefahr von Epidemien.
Ärzte ohne Grenzen versorgt im Lager Dagahaley, in der Stadt Dadaab, in seiner Gesundheitsstation etwa 25.000 der geschätzten 91.000 Bewohner des Lagers. Täglich werden etwa 150 Behandlungen durchgeführt, Impfungen angeboten und mangelernährte Kinder mit Zusatznahrung versorgt.
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Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Pressestelle:
| Kenia | |
|---|---|
| Fläche: | 580 367 km² |
| Einwohner: | 38,534 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,1/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 79/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 50 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 48 J. |