"Die Freilassung lässt all unsere Fragen unbeantwortet", so Geoff Prescott, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Holland. "Wir haben nichts über die Hintergründe der Morde erfahren, und wir verstehen nicht, warum offensichtlich seit Januar im Gerichtsverfahren nichts geschehen ist, so dass der Hauptverdächtige nun freigelassen wurde. Wir sind frustriert und befürchten, dass wir niemals erfahren werden, was wirklich geschah und warum."
Ärzte ohne Grenzen ist auch besorgt über die Konsequenzen, die es für die afghanische Zivilgesellschaft haben kann, wenn Menschen ermordet werden und das Verbrechen ungestraft bleibt. Anfang September waren zwei weitere, ebenfalls der Ermordung an den Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen Verdächtigte vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden.
Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen Egil Tynaes, Pim Kwint, Hélèn de Beir, Fasil Ahmad und Besmillah waren am 2. Juni 2004 im Nordwesten Afghanistans in der Provinz Badghis brutal umgebracht worden. Ihre Ermordung und die Versäumnisse der afghanischen Regierung bei der Aufklärung des Verbrechens führten zur Schließung der Programme der Organisation in Afghanistan. Ärzte ohne Grenzen hatte 24 Jahre lang humanitäre Hilfe in dem Land geleistet.
| Afghanistan | |
|---|---|
| Fläche: | 652 225 km² |
| Einwohner: | 27,8 Mio. Einw. (Schätzung 2002) |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,2/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 165/1000 Geb. (2002) |
| Lebenserwartung (Männer): | 43 J. (2002) |
| Lebenserwartung (Frauen): | 44 J. (2002) |