Pressemitteilung

Bolivien: 40.000 Menschen von Überschwemmungen betroffen - Ärzte ohne Grenzen unterstützt Wasser- und Sanitärversorgung

Trinidad/Berlin, 15. Januar 2004. Nach starken Regenfällen ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der bolivianischen Stadt Trinidad von Überflutungen betroffen. Über 12.000 Menschen mussten nach offiziellen Schätzungen evakuiert werden. Ärzte ohne Grenzen hilft beim Aufbau der Wasser- und Sanitärversorgung in den Notunterkünften, liefert Medikamente und unterstützt die lokalen Behörden bei der medizinischen Arbeit.

Die Hauptstadt der bolivianischen Provinz Beni, Trinidad, wurde am 9. Januar 2004 von heftigen Regenfällen heimgesucht. Über 2.000 Familien (über 12.000 Menschen) mussten evakuiert werden, Ärzte ohne Grenzen zufolge benötigen sie dringend Hilfe. Die lokalen Behörden haben über 30 Notunterkünfte und Zelte bereitgestellt, von denen allerdings einige bereits stark überfüllt sind. Es fehlt vor allem an Trinkwasser- und Sanitäranlagen, zudem reichen die Medikamentenvorräte nicht aus.

Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 

"Die betroffenen Menschen leben hier unter sehr schwierigen Bedingungen," berichtet Silvia Moriana, Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen. Die Regenzeit hat gerade erst begonnen, und jetzt sind ihre Wohnungen überflutet und müssen wiederhergestellt werden."

 

Ärzte ohne Grenzen arbeitet in den betroffenen Stadtgebieten und hilft beim Aufbau von Wasser- und Sanitäranlagen in den Notunterkünften. Zudem wurden Medikamente gespendet, und die Mitarbeiter unterstützen die lokalen Behörden bei der Ausweitung des epidemiologischen Überwachungssystems. Dies ist nötig, da das Risiko besteht, dass Epidemien wie z.B. das Denguefieber zum Ausbruch kommen. Letzteres ist eine Viruserkrankung, die vermehrt zur Regenzeit auftritt.

Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Virus
Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.

 


Weitere Informationen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Gaby Frank, Tel.: 030 - 22 33 77 00


Länderinformationen

Bolivien
Bolivien
Fläche:1 098 581 km²
Einwohner:9,684 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 1,2/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
52/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):63 J.
Lebenserwartung (Frauen):67 J.