Pressemitteilung
TV-Moderator Jörg Pilawa eröffnet "Flüchtlingslager"
"Überleben auf der Flucht" - eine Ausstellung von Ärzte ohne Grenzen
Berlin/Hamburg, 3. Juni 2003. Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat am Dienstag auf dem Hamburger Gänsemarkt ein nachgebautes Flüchtlingslager eröffnet. Im Vorfeld des Weltflüchtlingstags am 20. Juni zeigt die Organisation, wie Flüchtlingen und Vertriebenen weltweit geholfen wird. Die Ausstellung ist für Erwachsene und Kinder geeignet und wird nach Hamburg auch in Schwerin und Leipzig gezeigt. Schirmherr der Aktion "Überleben auf der Flucht" ist ARD-Moderator Jörg Pilawa.
"Wer dieses Flüchtlingslager gesehen hat, wird es nicht so schnell vergessen. Wer kann sich hier in Deutschland schon vorstellen, unter welchen Bedingungen Flüchtlinge leben müssen?", sagte ARD-Moderator Jörg Pilawa bei der Eröffnung. "An manchen Stellen ist die Ausstellung bedrückend, an anderen macht sie Mut: Sie weckt Verständnis für Menschen, die ihr Land aus Angst vor Krieg und Gewalt verlassen müssen," so Pilawa weiter. 39 Millionen Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshochkommissariats auf der Flucht.
Die Ausstellung zeigt, wie die Versorgungsstrukturen in einem Lager funktionieren. So können die Besucher sehen, wie typische Unterkünfte und Latrinen für Flüchtlinge aussehen, wie unterernährte Kinder in einem Ernährungszentrum wieder aufgepäppelt oder Cholera-Patienten behandelt werden. Erfahrene Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen führen die Besucher durch die Ausstellung und berichten von ihren Erfahrungen aus den Projekten weltweit. Fotos, Videos und Informationsstände geben zudem Einblick in die Arbeit der Organisation.
- Cholera
- Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
- Ernährungszentrum
- Mangelernährte Kinder werden in den meisten Fällen ambulant versorgt. In der Regel erhalten die Mütter eine kalorienreiche therapeutische Fertignahrung, die sie ihren Kindern über einen Zeitraum von rund sechs Wochen verabreichen können. Kranke, stark mangelernährte Kinder bleiben zur intensiven Behandlung im Ernährungszentrum.
- Latrine
- Plumpsklo
Das Flüchtlingslager ist vom 3.-7. Juni 2003 in Hamburg auf dem Gänsemarkt, vom 13. - 18. Juni in Schwerin und vom 24.-28. Juni in Leipzig zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von 10.00.-20.00 Uhr, der Eintritt ist frei.