Pressemitteilung

El Salvador: Ärzte ohne Grenzen startet Hilfsaktionen für Überlebende des Erdbebens

San Salvador/Berlin, 15. Januar 2001. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen stellt medizinische Hilfe, Unterkünfte und Trinkwasser für die Überlebenden des Erdbebens in El Salvador bereit. Die Naturkatastrophe hatte am vergangenen Samstag große Schäden angerichtet und bis zum jetzigen Zeitpunkt mehr als 400 Todesopfer und rund 800 Verletzte gefordert. Zwei Krankenhäuser in der Hauptstadt wurden zerstört, die Wasserversorgung ist teilweise zusammengebrochen.

In Zusammenarbeit mit dem salvadorianischen Katastrophendienst und dem Gesundheitsministerium hat Ärzte ohne Grenzen zur Versorgung der Verletzten ein provisorisches Gesundheitszentrum in einem Fußballstadion eingerichtet. Darüber hinaus werden Notunterkünfte für die rund 2000 Menschen bereitgestellt, die im Stadion Schutz gesucht haben.

Gesundheitszentrum
Zentrum, in dem die Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst-und Grundversorgung erhalten. Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Flüchtlingslagern. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet. Die Statistiken der Zentren dienen gleichzeitig zur epidemiologischen Überwachung.

 

Da die Trinkwasserversorgung teilweise zusammengebrochen ist, befürchten die Mitarbeiter der Organisation eine Zunahme von Durchfallerkrankungen durch verunreinigtes Wasser. Deshalb wurden bereits zehn Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung gestellt. Weitere Hilfsmittel zur Bereitstellung von dringend benötigtem Trinkwasser und Notunterkünften werden am heutigen Montag aus Costa Rica und Honduras in El Salvador eintreffen.

Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 

Für Ärzte ohne Grenzen arbeiten derzeit sieben internationale Mitarbeiter in El Salvador. Weitere sechs Mitarbeiter, darunter Ärzte und Wasserspezialisten, werden am heutigen Montag aus Honduras und Guatemala eintreffen.

 

Die Organisation ist seit Ende 1998 in El Salvador tätig, als die Teams medizinische Hilfe für die Opfer des Hurrikans Mitch leisteten. Seitdem liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf Programmen zur Cholera-Prävention und Verbesserung der Trinkwassersituation. Darüber hinaus wird ein HIV/Aids-Projekt eingerichtet.

Aids
acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
Cholera
Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 


Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00


Länderinformationen

El Salvador
El Salvador
Fläche:21 041 km²
Einwohner:6,134 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 1,2/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
23/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):68 J.
Lebenserwartung (Frauen):74 J.