Alter:
32
Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:
Caritas-Klinik Maria Heimsuchung, Berlin
Zwischenzeitlich: Zeitarbeit als Krankenschwester für Intensivmedizin und Anästhesie
Ausbildung:
Examinierte Krankenschwester
Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:
2007/2008 Irak/Erbil: spezialisierte Krankenschwester, Projekt für Kriegs- und Brandverletzte
2008/2009: Sudan/Darfur: 2 Projekte Krankenschwester/medizinische Teamleiterin (Ernährungsprogramm, Krankenhaus, mobile Klinik, OP, Entbindungsstation, ambulante Station, Apotheke)2009: Äthiopien/Somali-Region: leitende Krankenschwester/ medizinische Teamleiterin (Krankenhaus, Ernährungsprogramm, Entbindungsstation, Tuberkulose, ambulante Station, Apotheke)
2010/2011: Südsudan/ Agok: medizinische Teamleiterin (Notfalleinsatz, Kriegsverletzte, Ernährungsprogramm, Tuberkulose, OP, Entbindungsstation, ambulante Station, mobile Kliniken, Krankenhaus, Apotheke, medizinische Erkundungen, Masernausbruch, Massenimpfkampagne)
2011: Libyen: spezialisierte Krankenschwester (OP, mobile Klinik für Migranten, medizinische Erkundungen)
2011: Südsudan/Abyei: Koordinatorin des Ernährungsprogramms (Erhebung der Ernährungssituation während der Hungerkrise)
2012: Südsudan und Sudan: Medizinische Koordinatorin
Mein letzter Einsatz war ein kurzer als Koordinatorin des Ernährungsprogramms in dem Projekt, in dem ich vorher für fast ein Jahr als medizinische Teamleiterin gearbeitet hatte. Es war eine kurze, aber sehr intensive Zeit mit viel Training und ganz, ganz vielen Kindern. Nachdem wir alles organisiert hatten (das heißt: ein Mapping der Region erstellen, Mitarbeiter finden und trainieren und die logistischen Probleme aus dem Weg räumen), sind wir für 8 Tage mit 4 Teams in die verschieden Orte gefahren, um alle Kinder unter fünf Jahren zu wiegen und zu messen und wenn notwendig in ein Ernährungszentrum zu überweisen. Danach ging es zurück nach Genf und zum Auswerten der Daten - und diese waren beängstigend.
Ich bin sehr mit diesem Projekt verbunden und es war schön zurückzukehren. Im vergangenen Jahr haben wir so alles in diesem Projekt mitgemacht, was in einem Krisengebiet anfallen kann. Zum regulären Betrieb von einem 70-Betten-Krankenhaus kam ein zweifacher Masernausbruch und deshalb eine Massenimpfkampagne, eine Verdoppelung unserer Kinder im Ernährungsprogramm, ein starker Zustrom von Kriegsverletzten und Flüchtlingen. Ich war dafür zuständig, das Projekt auf der medizinischen Ebene am laufen zu halten, auf Krisen zu reagieren und immer wieder alle zu motivieren... Harte, tolle Arbeit.
Der beste Moment war unsere erste erfolgreiche OP in der Nacht zum 24.12.2010, als unser Weihnachtsengel per Kaiserschnitt geboren wurde und Mutter und Kind überlebten. Wie es im Sudan oft der Fall ist, kam das Kind zu früh.
Freizeit??? Was ist das?
Wir saßen zusammen, etwas Sport und vor allem Chatten im Internet mit den Freunden zu Hause - und SCHLAFEN.
Die Mitarbeit der nationalen Kräfte, das warme „welcoming back“. Und vor allem die Zusammenarbeit mit dem regulären Projekt.
Meine Freunde und das gute Essen.
Ich gehe zurück, diesmal als medizinische Koordinatorin - es scheint so zu sein, dass ich MSF-abhängig bin. Aber ich würde gern noch studieren
Es gibt zu viele, in jedem Projekt gibt es wenigstens ein Kind, das ich nicht vergessen werde. Im Irak war es Omer, der so tapfer durch die Behandlung seiner Verbrennung gegangen ist und mich fragte, ob ich in 10 Jahren wiederkomme, damit er mich heiraten kann. Im Sudan unser Valentinsbaby, das am 14.2. geboren wurde und jetzt meinen Namen trägt. Es war nicht klar, ob ich es wirklich lebend entbinden kann, da es nicht korrekt positioniert war und wir nicht im Krankenhaus waren. Nun heißt es Ines Ahmed Mohamed Isak. In Äthiopien Nada, ein 12jähriges Mädchen, dass mit sieben Kilo mit Tuberkulose zu uns kam und zu schwach war zum Sitzen. Nach 2 Monaten durfte es hüpfend und mit Heimmedikation nach Hause. Auch die 11 Monate im Südsudan waren einfach nur voll von tollen Momenten.