Liberia 2007: Jörg Fimpler ©
 
Liberia 2007: Jörg Fimpler


Mitarbeiterporträt

Jörg Fimpeler, Anästhesist

Alter:

42

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

Oberschwabenklinik in Ravensburg

Ausbildung:

Facharzt für Anästhesie

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

2006 für fünf Monate in Liberia
2007 für einen Monat im Irak
2008 für drei Wochen in der Demokratischen Repbulik Kongo
2010 für einen Monat in Haiti
2011 für einen Monat in Pakistan

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

Es waren drei Bücher: "Pakistan" von Tariq Ali, "Kriegsbraut" von Dirk Kurbjuweit und "Der ultimative Ratgeber für alles" von Dieter Nuhr.

Musik, die ich gehört habe:

"The Outernational Sound" von Thievery Corporation

 

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Das letzte Projekt war im Nordwesten Pakistans, in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, an der Grenze zu Afghanistan. Wir haben dort hauptsächlich Opfer von Gewalt und kriegerischen Auseinandersetzungen behandelt. Viele Menschen kamen mit Schuss- oder Schnittwunden zu uns. Zudem wurden fast täglich Patienten in unsere Klinik gebracht, die bei Bombenanschlägen verletzt worden waren. Innerhalb unseres Teams war es meine Aufgabe, für Schmerzlinderung und für eine sichere Narkose während der Operationen zu sorgen.

Neben mir bestand unser OP-Team aus einem kanadischen OP-Pfleger, einer dänischen Chirurgin und fünf pakistanischen Krankenpflegern, die abwechselnd in allen Bereichen unseres kleinen OP sowie im Aufwachraum eingesetzt wurden. Um einen reibungslosen Betrieb mit internationalen Hygiene-Standards zu gewährleisten, halfen uns ein französischer Logistiker und eine Schweizer Krankenschwester bei der Reinigung und Sterilisation der chirurgischen Instrumente. Die Krankenhausapotheke wurde von einem sudanesischen Pharmazeuten geleitet. In der Notaufnahme machte ein philippinischer Arzt die Erstuntersuchung der Patienten, und ein australischer Teamleiter koordinierte das gesamte Projekt.

Logistik
Planung und Organisation aller Aufgaben, die zur Durchführung der Projekte notwendig sind.

 

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

Ich habe viel Zeit mit den pakistanischen Krankenpflegern verbracht, denn unser kleines Team arbeitete sehr eingespielt und harmonisch zusammen. Am Wochenende haben wir öfter gemeinsam gekocht. Das waren immer nette Abende mit interessanten Gesprächen. Wenn ich allein war, habe ich meist gelesen oder Filme geschaut.

 

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Die gute Teamarbeit im OP und die große Transparenz, mit der mich unser Teamleiter in den täglichen Meetings beeindruckte.

 

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Die Freiheit, überall hingehen zu können.

 

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich werde weiter in Teilzeit in der Oberschwabenklinik arbeiten und einmal pro Jahr einen Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen machen. Die Projekte erfüllen einen guten Zweck und sind darüber hinaus auch für mich persönlich bereichernde Erfahrungen.

 

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Eines Tages hatten wir, nach einem schweren Bombenanschlag in der Umgebung, einen 10-jährigen Jungen in unserer Klinik, dem mehrere Bombensplitter die Lunge und den Darm schwer verletzt hatten. Er hatte viel Blut verloren, und es ging ihm sehr schlecht. Ich befürchtete, er würde die Notoperation nicht überstehen. Doch dank der eingespielten Zusammenarbeit unseres Teams gelang es uns, das Leben dieses Jungen zu retten. In der Erholungsphase nach der Operation arbeitete der Junge beeindruckend motiviert an seiner Genesung mit. Ich erinnere mich gerne daran, wie viel Freude er hatte, zur Atemgymnastik einen Plastikhandschuh immer wieder wie einen Luftballon aufzublasen. Er konnte wenige Wochen später nach Hause entlassen werden. Trotz meiner großen Freude über diesen so positiven Ausgang war ich auch ein bisschen traurig, als er uns verließ.

 

07. September 2011


Video

D.R. Kongo: Working in the field - Logistician Christian Laborde talks about his work

Fotoreportagen

Jahresrückblick 2011 aus der Sicht einer humanitären Organisation

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Haiti: Gynäkologin Hanne Vogt berichtet "Wir brauchen jemand, der mindestens zwei jahre Berufserfahrung hat und mit dem hier ganz unten im mailverkehr befindlichen link zum thieme verlag versehen.