Demokratische Republik Kongo 2005: Die Ärztin Christiane Lenzen untersucht einen jungen Patienten in Dubie, wo Ärzte ohne Grenzen Anwohner und Vertriebene medizinisch versorgt. © Per-Anders Pettersson/Getty Images
 
Demokratische Republik Kongo 2005: Die Ärztin Christiane Lenzen untersucht einen jungen Patienten in Dubie, wo Ärzte ohne Grenzen Anwohner und Vertriebene medizinisch versorgt.


Ärztinnen und Ärzte

Was bringen Sie mit?

  • Sie haben Ihre Berufsausbildung abgeschlossen und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung? Prima. Denn das ist die erste Voraussetzung für Ärzte, die bei uns mitarbeiten möchten.
  • Sie konnten bereits Berufserfahrung in den Bereichen Allgemeinmedizin, Pädiatrie, Chirurgie oder Gynäkologie sammeln? Umso besser.
  • Sie verfügen über tropenmedizinische Kenntnisse oder können sich vorstellen, solche vor einem Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen zu erwerben? Sehr gut. Denn das entsprechende Wissen ist vor Ort oft unerlässlich, und für manche Projekte ist daher die Teilnahme an einem Tropenkurs Voraussetzung.
  • Sie bringen sehr gute Englischkenntnisse und möglichst auch fließendes Französisch mit?
  • Sie haben Reise- und/oder Arbeitserfahrungen in Entwicklungsländern gemacht?
  • Sie möchten für Menschen in ärmeren Ländern arbeiten, die dringend medizinische Hilfe brauchen und haben Zeit für einen Projekteinsatz zwischen sechs bis zwölf Monaten?

 

Wie sieht Ihr Berufsalltag mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Unsere Ärzte arbeiten entweder im kurativen oder im Public-Health-Bereich. Im Projektalltag haben sie es aber auch häufig mit beiden Gebieten zu tun:

 

Ärzte ohne Stethoskop - Arbeitsbereich Public Health

Ärzte ohne Grenzen arbeitet oft in ländlichen, isolierten Regionen oder in Flüchtlingslagern. Hier unterstützen wir die öffentliche Gesundheitsversorgung der Bevölkerung oder bauen sie auf. Als Arzt oder Ärztin verschaffen Sie sich vor Ort einen Gesamtüberblick über die Situation und die Bedürfnisse der Menschen. Sie planen, organisieren und evaluieren die Aktivitäten im medizinischen Bereich in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden des Landes. Die Aus- und Fortbildung der nationalen Mitarbeiter des Gesundheitswesens spielt dabei eine wichtige Rolle.

  • Sie beraten die nationalen Kollegen bezüglich Strategien, Planung und Organisation der Gesundheitsversorgung.
  • Sie unterstützen die nationalen Mitarbeiter, führen Analysen von epidemiologischen Daten durch und erstellen Statistiken.
  • Sie supervidieren die präventiven medizinischen Programme (z.B. Impfprogramme).
  • Sie identifizieren Gesundheitsrisiken, z.B. Epidemien.
  • Sie planen, koordinieren und supervidieren Aktivitäten zur Bekämpfung von Epidemien.
  • Sie sind für die klinische Supervision im Gesundheitszentrum zuständig.
Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Gesundheitszentrum
Zentrum, in dem die Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst-und Grundversorgung erhalten. Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Flüchtlingslagern. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet. Die Statistiken der Zentren dienen gleichzeitig zur epidemiologischen Überwachung.

 

Ärzte im kurativen Bereich

Wenn Sie mit Ärzte ohne Grenzen in eine Region gehen, in der die Organisation für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verantwortlich ist, arbeiten Sie als Arzt oder Ärztin in einem Krankenhaus bzw. im Gesundheitszentrum. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich in (poli-)klinischer, kurativer Arbeit unter Berücksichtigung der im Land vorgegebenen Richtlinien und laufenden Programme. Oft übernehmen Sie die Funktion eines Verwalters, Apothekers oder Dozenten. Sie sollten sich darauf einstellen, dass die organisatorischen und ausbildenden Tätigkeiten einen großen Teil Ihres Berufsalltags ausmachen. Ihre Aufgaben führen Sie in enger Zusammenarbeit mit dem nationalen Personal durch, arbeiten als Arzt oder Ärztin aber meist in einer leitenden Rolle:

  • Sie übernehmen die Versorgung der Patienten.
  • Sie übernehmen Bereitschaftsdienste.
  • Sie planen, organisieren und überwachen die allgemeinen Krankenhausaktivitäten in Zusammenarbeit mit dem nationalen Personal.
  • Sie kalkulieren den Bedarf, die Bestellung und Verteilung der Medikamente sowie des medizinischen Materials und kontrollieren deren Anwendung.
  • Sie leiten das Krankenhauspersonal an und führen Supervisionen und Fortbildungen durch.
  • Sie machen regelmäßige Datenerhebungen und führen die monatliche Berichterstattung einschließlich Statistik und weiterer Planung durch.
  • Sie planen, organisieren und supervidieren die dem Krankenhaus angebundenen Gesundheitsposten und/oder Ernährungszentren, falls es solche gibt.
  • Sie identifizieren Gesundheitsrisiken und erarbeiten Strategien zur Verringerung oder Vermeidung dieser Risiken (z.B. eine Meningitis-Impfkampagne).
Gesundheitszentrum
Zentrum, in dem die Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst-und Grundversorgung erhalten. Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Flüchtlingslagern. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet. Die Statistiken der Zentren dienen gleichzeitig zur epidemiologischen Überwachung.
Meningitis
Hirnhautentzündung, die durch unterschiedliche Bakterien oder Viren ausgelöst werden kann. Zu den gefährlichsten Arten gehört die Meningokokken-Meningitis. Südlich der Sahara erstreckt sich vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien im Osten der sogenannte „Meningitis-Gürtel”, in dem regelmäßig Epidemien auftreten. Bei Ausbruch der Krankheit führt Ärzte ohne Grenzen Impfkampagnen durch. Seit 2010 teilweise mit einem neuen Impfstoff.
Impfkampagne
Besteht die Gefahr einer Epidemie, beispielsweise durch Masern oder Meningitis, wird die Bevölkerung in dem betroffenen Gebiet geimpft, um eine Ansteckung mit der Krankheit zu verhindern. Jeder Geimpfte wird registriert und erhält einen Impfpass. Oft werden bei einer Kampagne mehrere Zehntausend Menschen erreicht.

 

Soviel zur Theorie. Und jetzt zur Praxis.

Wenn Ihnen das bisher noch zu viel Theorie war, dann lesen Sie doch die Erfahrungsberichte von Kollegen. Die erzählen meist von einer anstrengenden Tätigkeit unter schwierigen Bedingungen, aber genauso von der Freude an der Arbeit und von einer besonderen Bereicherung für das eigene Leben.

Wenn Sie neugierig geworden sind und sich einen Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen vorstellen können, dann bewerben Sie sich. Online zum Beispiel.

Wir freuen uns darüber.

 


Fotos: Per-Anders Pettersson/Getty Images

Audio

Haiti: Gynäkologin Hanne Vogt berichtet "Wir brauchen jemand, der mindestens zwei jahre Berufserfahrung hat und mit dem hier ganz unten im mailverkehr befindlichen link zum thieme verlag versehen.