Finanzieller Überblick 2010
Eine sparsame, durchschaubare und zweckgerichtete Verwendung der Spenden bescheinigt uns das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI). Wir räumen jedem Spender das Recht ein, unseren Finanzbericht einzusehen und veröffentlichen ihn in unserem Jahresbericht und auf unserer Website. Die Wirtschaftsprüfung unseres Jahresabschlusses unterliegt der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. (Ab Sommer 2012 finden Sie hier die Daten vom Jahr 2011.)
Verteilung der Ausgaben von 80,2 Mio Euro:
Projektausgaben
Insgesamt werden 72,2 Millionen Euro für satzungsgemäße Zwecke ausgegeben. Das sind 90 Prozent aller Ausgaben im Jahr 2010. Der größte Teil der Mittel (71 Millionen Euro) fließt in die medizinische Nothilfe in den Projekten*. Dazu gehört auch die Förderung und Implementierung von neuen und bezahlbaren Medikamenten. Die größten Summen von 3 Millionen Euro bis 10 Millionen Euro gehen nach Haiti und Pakistan sowie in Länder mit lang anhaltenden Krisen wie die D.R. Kongo, den Sudan, Myanmar (Birma), Nigeria, Simbabwe, Tschad oder Somalia. 1,2 Millionen Euro werden für
Témoignage** aufgewendet.
- Témoignage
- Das Berichten über die Situation in den Projekten gehört zu den satzungsgemäßen Aufgaben.
Allgemeine Verwaltung / Allgemeine Öffentlichkeitsarbeit
Im Jahr 2010 beträgt der Anteil der Ausgaben für die allgemeine Verwaltung/allgemeine Öffentlichkeitsarbeit im Berliner und Bonner Büro an den Gesamtausgaben 2,2 Prozent. Die Ausgaben liegen bei 1,7 Millionen Euro und sind damit im Vergleich zum Vorjahr gleich bleibend. Es handelt sich dabei unter anderem um die Kosten für die Personal- und Finanzverwaltung, den Vorstand, die Geschäftsführung, Teile des Internetauftritts und das Sekretariat. Dazu gehören auch die anteiligen Kosten für das internationale Büro des Netzwerks von Ärzte ohne Grenzen in Genf.
Spendenwerbung und -verwaltung
7,8 Prozent der gesamten Ausgaben werden im Jahr 2010 für den Bereich Spendenwerbung und –verwaltung aufgewendet. Zur Spendenverwaltung gehören die Betreuung der Spender und die Verwaltung der Spendendaten. Zur Spendenwerbung zählen zum Beispiel Mailingaktionen, Standwerbung auf der Straße, der TVSpot, Anzeigen sowie das Spendermagazin Akut.
Zusammensetzung der Einnahmen von 89,4 Mio Euro:
Die Einnahmen aus privaten Spenden und öffentlichen Mitteln sowie aus sonstigen Einnahmen liegen im Jahr 2010 bei 89,4 Millionen Euro. Die privaten Spenden und Zuwendungen steigen im Vergleich zum Vorjahr um 44,5 Millionen Euro. Die öffentlichen Fördermittel verringern sich um rund 0,2 Millionen Euro. 10,5 Millionen Euro der eingenommenen Spenden wurden 2010 noch nicht verbraucht und werden deshalb im Jahresabschluss 2010 nicht als Ertrag ausgewiesen. Sie werden 2011 verwendet und im Jahresabschluss 2011 als Ertrag gezeigt.
Private Spenden und Zuwendungen
Zu den privaten Spenden und Zuwendungen zählen alle Spenden, Mitgliedsbeiträge, Erbschaften und Bußgelder von Privatpersonen sowie die Zuwendungen von Stiftungen und Firmen. Deren Anteil an den Gesamteinnahmen betrug im Jahr 2010 mit 83 Millionen Euro rund 93 Prozent. Der Anteil der privaten Spenden an den Gesamteinnahmen liegt im Jahr 2010 mit 77,4 Millionen Euro bei mehr als 86 Prozent. Die Anzahl der Spender liegt bei fast 450.000.
Öffentliche Fördermittel
Im Jahr 2010 erhält Ärzte ohne Grenzen 2,8 Millionen Euro Fördermittel vom Auswärtigen Amt für Nothilfeprojekte in Afrika. Die Mittel fließen überwiegend in die Gesundheitsversorgung von Menschen in Konflikt- und Krisengebieten wie dem Sudan, der D.R. Kongo, der Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik und Kenia.
Sonstige Erträge
Zu den sonstigen Erträgen (3,6 Millionen Euro) zählen vor allem Einnahmen aus Zinsen, Firmen-Kooperationen und Kostenerstattungen. Sie steigen im Vorjahresvergleich um 0,5 Millionen Euro.
* Projekte: Hierunter werden direkte Projektkosten, Projektbetreuung sowie Aufwendungen für deutsche Projektarbeiter ausgewiesen.
** Témoignage: Das Berichten über die Situation in den Projekten gehört zu den satzungsgemäßen Aufgaben
Fotos: Sven Torfinn