Sri Lanka 2009: Die Krankenschwester Mireille Robert-Nicou während einer Konsultation. © Anne Yzebe
 
Sri Lanka 2009: Die Krankenschwester Mireille Robert-Nicou während einer Konsultation.


Liste der schwersten zehn humanitären Krisen 2009

Sri Lanka: Tausende Verletzte am Ende eines jahrzehntelangen Krieges

Anfang des Jahres wüteten im Nordosten Sri Lankas heftige Kämpfe zwischen dem sri-lankischen Militär und den tamilischen Rebellen der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE). Zehntausende Menschen waren monatelang ohne Hilfe und mit nur begrenzter medizinischer Versorgung in der Kriegszone gefangen. Humanitäre Hilfsorganisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen, mussten wenige Monate vor Ende des jahrzehntelangen Bürgerkrieges auf Ersuchen der Regierung die von den Kämpfen am stärksten betroffenen Gebiete verlassen. Nur das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) konnte weiterhin eine medizinische Grundversorgung bereitstellen und einige Verwundete in die Krankenhäuser des Gesundheitsministeriums überweisen. Ein chirurgisches Team von Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Februar 2009 in einem der Krankenhäuser in der Nähe der Stadt Vavuniya.

Im April konnten Tausende Menschen aus dem Kriegsgebiet fliehen. Am 21. April wurden innerhalb von nur 36 Stunden mehr als 400 Patienten mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus in Vavuniya versorgt. Insgesamt wurden von Februar bis Ende Juni in dem Krankenhaus nahezu 4.000 Kriegsverletzte operiert. Die anderen Krankenhäuser in dieser Region mussten mindestens die doppelte oder dreifache Anzahl Patienten aufnehmen als Betten zur Verfügung standen.

Ärzte ohne Grenzen hat im Mai, kurz nach Ende der letzten Angriffe durch die Armee, gegenüber dem Lager Manik Farm ein Krankenhaus für Notfälle eröffnet, das über einen Operationssaal verfügt. Mitarbeiter haben darüber hinaus die operative und postoperative Versorgung der Gesundheitsbehörden im Distriktkrankenhaus in Vavuniya sowie in dem Ort Pampaimadhu unterstützt.

Etwa 280.000 Vertriebene lebten in den staatlich überwachten Lagern, von denen Manik Farm das größte Lager ist. Das Gesundheitsministerium hatte dafür gesorgt, dass sich die medizinische Versorgung in den Lagern langsam verbessert hat. Patienten, die stationär behandelt werden mussten, wurden in die Krankenhäuser außerhalb der Lager überwiesen, auch in die Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen.

Ab August wurden die Menschen schrittweise aus den Lagern entlassen. Es leben aber noch immer viele Vertriebene bei Gastfamilien in Vavuniya und Zehntausende halten sich in Übergangslagern auf, die seit dem 1. Dezember eingerichtet wurden. Ärzte ohne Grenzen arbeitet mit den Gesundheitsbehörden zusammen und leistet in Vavuniya und in den Umsiedlungsgebieten physische Rehabilitation, zu der auch rekonstruktive Chirurgie gehört, sowie psychologische Betreuung.

Die Familien kehren in die Region Vanni zurück. Ärzte ohne Grenzen hat aufgrund früherer Projekte in dieser Region Erfahrung gesammelt und ist bereit, das Gesundheitssystem während des Wiederaufbaus zu unterstützen.

21. Dezember 2009

Fotos: Anne Yzebe



Länderinformationen

Sri Lanka
Sri Lanka
Fläche:65 525 km²
Einwohner:20,047 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,5/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
12/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):72 J.
Lebenserwartung (Frauen):77 J.
Jetzt online spenden! Spendenkonto 97 0 97 - Bank für Sozialwirtschaft - BLZ 370 205 00 Servicetelefon für Spender - Mo-Fr. 8:00 - 18:00 Uhr - 030 - 700 130 130