Etwa dreieinhalb bis fünf Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Krankheiten, die durch Mangelernähung verursacht werden: ein Kind alle sechs Sekunden. Mangelernährung kann bei Kindern mit der richtigen Mischung von Nährstoffen leicht verhindert und mit heute verfügbaren therapeutischen Nahrungsmitteln wirksam behandelt werden. Daher stellt sich die Frage, warum noch immer 55 Millionen Kinder mangelernährt sind.
Die internationale Hilfe belief sich jährlich auf 350 Millionen Dollar. Nach Berechnungen der Weltbank werden jedoch jährlich rund 11,8 Milliarden Dollar benötigt, um Mangelernährung in den 36 besonders betroffenen Ländern angemessen zu bekämpfen. Ärzte ohne Grenzen hat von 2005 bis 2007 allein 40,3 Millionen Dollar jährlich für Ernährungsprogramme ausgegeben - weitaus mehr als eine Reihe von Geberländern. Die Organisation fordert daher zusätzliche 700 Millionen Dollar, entsprechend der Weltbank-Studie, um den Ländern zu helfen, in denen es am meisten mangelernährte Kinder unter fünf Jahren gibt.
Gleichzeitig werden zurzeit Milliarden Dollar für langfristige Nahrungsmittelhilfe- und -sicherheit sowie für akute Nahrungsmittelhilfe ausgegeben. Ärzte ohne Grenzen stellte aber fest, dass weniger als zwei Prozent dieser Hilfe für Interventionen verwendet wird, speziell um Mangelernährung bei Kindern zu reduzieren.
Im Jahr 2008 behandelte Ärzte ohne Grenzen mehr als 300.000 mangelernährte Kinder in 22 Ländern mit hauptsächlich nährstoffreicher Fertignahrung. Sie ist zwar teurer als die üblicherweise ausgegebenen Nahrungsmittel, doch dafür eignet sie sich, schwerer Mangelernährung vorzubeugen und sie zu behandeln. Die finanziellen Mittel müssen für Programme umgehend erhöht werden, um die angemessene Nahrung für Millionen Kinder zur Verfügung zu stellen, die dringend Hilfe benötigen.