Uganda 2009: Der Arzt Eamonn Vitt  untersucht Innocent Oyem. Die Mutter des kleinen Jungen ist HIV-positiv, und er wurde gegen Malaria behandelt. Sein HIV-Status ist noch unklar. © Brendan Bannon
 
Uganda 2009: Der Arzt Eamonn Vitt untersucht Innocent Oyem. Die Mutter des kleinen Jungen ist HIV-positiv, und er wurde gegen Malaria behandelt. Sein HIV-Status ist noch unklar.


Liste der schwersten zehn humanitären Krisen 2009

Finanzmittel für Aids-Behandlung stagnieren trotz des Bedarfs von Millionen Erkrankten

Im Jahr 2005 versprachen die Staats- und Regierungschefs auf dem G8-Gipfel in Schottland bis zum Jahr 2010 die Behandlung aller Aids-Patienten zu ermöglichen. Diese Zusage ermutigte damals viele afrikanische Regierungen, ehrgeizige Behandlungsprogramme zu starten. Sie trugen dazu bei, dass die Therapie auf mehr als vier Millionen Menschen in Entwicklungsländern erweitert wurde. Heute jedoch ziehen dieselben Chefs der G8-Länder ihr Versprechen zurück und überlassen den afrikanischen Regierungen und Millionen HIV/Aids-Patienten einen Fehlbetrag, der die Gesundheit vieler Menschen gefährdet.

Die Krise ist keinesfalls beendet. In den Entwicklungsländern benötigen etwa zehn Millionen Menschen mit HIV/Aids dringend die lebensverlängernde antiretrovirale Therapie. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist HIV/Aids weltweit die Haupttodesursache bei Frauen im gebärfähigen Alter. 80 Prozent aller Todesfälle in Botswana und zwei Drittel aller Todesfälle in Lesotho, Swasiland und Simbabwe basieren auf Aids.

Ärzte ohne Grenzen und andere Organisationen beobachten verstörende erste Anzeichen dafür, dass sich die internationale Gemeinschaft von der Ausweitung der Aids-Behandlung zurückzieht. In einigen afrikanischen Ländern werden Menschen, die sich behandeln lassen wollen, bereits von den Kliniken abgewiesen. Patienten, die schon antiretrovirale Medikamente nehmen, werden gezwungen, ihre Therapie abzubrechen, weil sie sich die Kosten nicht länger leisten können. Sie laufen Gefahr, nach einem Behandlungsstopp zu erkranken und Resistenzen gegen die Medikamente zu entwickeln. Allein in der Provinz Free State in Südafrika, starben 3.000 Menschen mit HIV/Aids, weil Finanzierungsprobleme zu einem Moratorium in der Behandlung führten.

Der Rückgang der Finanzmittel kommt zu einer Zeit, in der die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in den Projekten eine Erhöhung der Finanzierung für dringend geboten halten. Ein wichtiger Grund ist, dass die Patienten zunehmend Resistenzen und Unverträglichkeiten gegen ihre Medikamente entwickeln und daher die neueren und teureren Medikamente der sogenannten zweiten Behandlungslinie eingesetzt werden müssen. Ärzte ohne Grenzen versorgt etwa 140.000 Patienten in 30 Ländern mit antiretrovialen Medikamenten. Die Organisation fordert die Regierungen auf, ihr Versprechen zu halten, allen Erkrankten die lebensverlängernde Aids-Behandlung zu ermöglichen und den Kampf gegen Aids entsprechend zu finanzieren - auch durch den Globalen Fond zur Bekämpfung von Aids, TB und Malaria. Zusätzliche Mittel sind nötig, um mehrere Gesundheitsprioritäten gleichzeitig anzugehen.

21. Dezember 2009

Fotos: Brendan Bannon



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