Der Jahrzehnte anhaltende Bürgerkrieg in Kolumbien, hauptsächlich angeheizt durch den Kampf um die Kontrolle über den Drogenhandel, schafft es zwar öfters in die Schlagzeilen der Weltpresse. Dennoch spielen die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung des Landes dabei eher eine untergeordnete Rolle. Die alarmierende Zahl von 3,8 Millionen Menschen, die aufgrund der Gewalt ihre Häuser verlassen mussten, setzt Kolumbien hinsichtlich der Zahl der intern Vertriebenen an die dritte Stelle weltweit, übertroffen nur noch durch den Sudan und die Demokratische Republik Kongo.
Die Gewalt geht von den um die territoriale Hoheit kämpfenden Regierungstruppen, paramilitärischen Einheiten und Rebellen aus. Bewaffnete Gruppen haben rund die Hälfte aller ländlichen Gebiete Kolumbiens im Würgegriff. Durch Straßensperren schneiden sie die Zivilbevölkerung von der medizinischen Versorgung ab, Kinder werden für die Milizen zwangsrekrutiert, und jeder, der sich der Zusammenarbeit mit dem Gegner verdächtig macht, wird kaltblütig ermordet. Doch auch seitens der staatlichen Truppen werden viele Zivilisten als potenzielle Kollaborateure angesehen und sind demzufolge zahlreichen Repressionen ausgesetzt. In ihrer Verzweiflung bleibt vielen Familien deshalb nur die Flucht in städtische Slums, wo sie mittellos ankommen und auf der Suche nach Arbeit und Unterkunft in ähnliche bedrohliche Situationen geraten wie die, denen sie entfliehen wollten.
| Kolumbien | |
|---|---|
| Fläche: | 1 141 748 km² |
| Einwohner: | 44,534 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 1,4/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 17/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 70 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 76 J. |