Millionen Menschen in ärmeren Ländern sind auf kostengünstige generische Medikamente angewiesen, um am Leben bleiben zu können. Mehr als 80 Prozent der Medikamente, die Ärzte ohne Grenzen in ärmeren Ländern zur Behandlung von HIV/Aids verwendet, werden in Indien produziert. Nun will die Europäische Kommission diesen Hahn zudrehen und greift in Verhandlungen zu einem EU-Indien-Freihandelsabkommen die Produktion, die Zulassung, den Transport und den Export indischer Generika an. Diese Politik gefährdet die Überlebenschancen der Menschen, die auf solche Nachahmerpräparate angewiesen sind.
Helfen Sie uns, gehen Sie auf unsere Kampagnenseite und schicken Sie eine Nachricht an die Europäische Kommission und die Bundesregierung: Hände weg von unseren Medikamenten!
"Die Europäer nähmen uns mit dem Abkommen die Medikamente aus den Händen", sagt Marius Müller, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Kenia. "Weil Generika für uns bezahlbar sind, können wir immer mehr Menschen mit HIV/Aids-Medikamenten behandeln. Dies bedeutet Hoffnung für unsere Patienten, die so wieder arbeiten gehen und ihre Kinder großziehen können. Wenn Europa aber seinen Willen durchsetzt und den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten versperrt, riskieren wir den Erfolg der vergangenen fünf Jahre."
Das EU-Indien-Freihandelsabkommen ist nur einer von vielen Angriffen der Europäischen Kommission auf die Generika-Produktion. Auch mit anderen bilateralen Handelsabkommen gefährdet die EU die Produktion von sicheren, effektiven und kostengünstigen Medikamenten, indem sie strengere geistige Eigentumsrechte einfordert als nach internationalem Recht erforderlich sind.
Im Rahmen der Kampagne von Ärzte ohne Grenzen wurden dem Handelskommissar der Europäischen Union, Karel de Gucht, bereits tausende E-Mails geschickt, in denen er aufgefordert wird, diese Politik zu beenden. Wir wollen, dass es noch mehr Protestmails werden und so die Europäische Union zum Umkehren bewegen. Schicken Sie eine E-Mail an den EU-Handelskommissar, an Bundeskanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Brüderle.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass bis zu 90 Prozent der HIV/Aids-Medikamente, die von internationalen Gebern wie den europäischen Regierungen im Jahr 2008 gekauft wurden, von Generika-Produzenten in Indien stammten. Für Millionen Menschen, die derzeit eine Behandlung erhalten oder auf diese warten, wäre es katastrophal, den Zugang zu diesen kostengünstigen Medikamenten zu versperren.