Informationen
zu Pharmafirmen, ihren Medikamenten und Patenten
Unternehmen: GlaxoSmithKline, Hauptsitz: London, Großbritannien
Das sind die Medikamente, deren Patente GSK in den Patentpool geben soll und die Gründe, aus denen Patienten diese Medikamente benötigen:
Lamivudin (3TC), Markenname: Epivir
Patienten, die sich in einer HIV-Behandlung befinden, müssen mehrere Medikamente nehmen, um den
Virus zu bekämpfen und gesund zu bleiben. Lamivudin gehört zu einer Reihe von Medikamenten, die "nukes" genannt werden und seit langem den Kern von HIV-Behandlungen in ärmeren Ländern stellen. Allerdings haben wir zurzeit nicht genug Kombinationsbehandlungen, die dieses Medikament beinhalten. Außerdem produziert GSK für Kinder das Medikament nur als Sirup. Das macht eine korrekte Dosierung schwierig, insbesondere wenn mehrere Sirup-Medikamente gleichzeitig verabreicht werden.
- Virus
- Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.
Abacavir (ABC), Markenname: Ziagen
Abacavir gehört ebenfalls zu dieser wichtigen Medikamentenreihe, welche praktisch das "Rückrat" von Kombinationstherapien in Entwicklungsländern sind. Allerdings gäbe es wesentlich mehr Kombinationen mit diesem Medikament, wenn die entsprechenden Patente dafür in den Patentpool gehen würden. Auch ist ein besserer Zugang zu diesem Medikament besonders wichtig, um Kinder behandeln zu können, die mit HIV und
Tuberkulose infiziert sind. Viele andere HIV-Medikamente vertragen sich nicht mit
Tuberkulose-Medikamenten, da sie die Effektivität der HIV-Medikamente mindern.
- Tuberkulose
- Etwa neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose (TB). Viele von ihnen sind HIV-Infizierte mit schwachem Immunsystem (sog. Koinfektion). Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwendig. Ärzte ohne Grenzen nutzt ab 2011 ein neues Diagnose-Gerät, das die Krankheit schneller und sicherer diagnostiziert sowie eine Form der multimedikamentenresistenten-TB erkennt. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die wichtigsten Medikamente resistent und die Patienten müssen zwei Jahre lang täglich Medikamente mit starken Nebenwirkungen einnehmen.
Fosamprenavir (FPV), Markenname: Lexiva
Fosamprenavir gehört zu einer Medikamentengruppe, die Patienten benötigen, wenn ihre vorherigen Medikamente nicht mehr effektiv gegen das HI-
Virus angehen können. Es gibt für Patienten sehr wenige dieser Medikamente in Entwicklungsländern, und die meisten müssen gleichzeitig mit einem sehr teuren "booster"-Medikament genommen werden, welches die Wirkstärke erhöht. Die für Kinder verträgliche Version dieses Medikaments von GSK ist extrem teuer, so dass nur sehr wenige Kinder Zugang dazu haben. Das Medikament in den Patentpool zu geben, schafft mehr Möglichkeiten für Patienten - Erwachsene und Kinder - länger gesund zu bleiben.
- Virus
- Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.
S/GSK 1349572, Zurzeit in der klinischen Testphase
Dieses Medikament ist so neu, dass es sich noch in der klinischen Testphasen befindet. Es funktioniert im Vergleich zu älteren HIV-Medikamenten auf eine völlig neue Art. Es verspricht in Entwicklungsländern neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten, denen keine weiteren Behandlungsoptionen bleiben und die dem Todesurteil wieder ausgeliefert sind.
Kombinationspräparate: GlaxoSmithKline hat auch Patente auf die folgenden Kombinationspräparate. Diese Patente sollten in den Pool gehen:
Lamivudin/Zidovudin/Abacavir Kombinationspräparat, Markenname: Trizivir
Lamivudin/Zidovudine Kombinationspräparat, Markenname: Combivir
Abacavir/Lamivudin Kombinationspräparat, Markenname: Kivexa / Epzicom