Informationen
zu Pharmafirmen, ihren Medikamenten und Patenten
Unternehmen: Boehringer Ingelheim, Hauptsitz: Ingelheim, Deutschland
Das sind die Medikamente, deren Patente Boehringer Ingelheim in den Patentpool geben soll und die Gründe, aus denen Patienten diese Medikamente benötigen:
Nevirapin (NVP), Markenname: Viramune
Dieses Medikament wird von Menschen zu Beginn der antiretroviralen Behandlung verwendet. So wie andere HIV/AIDS-Medikamente auch wird es meist in Kombination mit anderen Medikamenten eingenommen. Wäre das Patent auf Nevirapin im Pool, würde es die Behandlung von Patienten vereinfachen, indem einfacher einzunehmende Kombinationspräparate hergestellt werden würden.
Tipranavir (TPV), Markenname: Aptivus
Tipranavir ist ein Medikament, das zur Behandlung von Kindern eingesetzt werden kann, die eine
Resistenz gegen ihr eigentliches antiretrovirales Medikament entwickelt haben. Von diesen Medikamenten (sog. Protease-Inhibitoren) gibt es nur sehr wenige, die für Kinder produziert werden und in ärmeren Ländern zu kaufen sind. Wären die Patente für Tipranavir im Pool, würde dies die Behandlungsmöglichkeiten von Kindern mit HIV/
Aids ab dem Alter von zwei Jahren vergrößern.
- Aids
- acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
- Resistenz
- Eingeschränkte oder fehlende Sensitivität von Krankheitserregern gegenüber Medikamenten, die dadurch ihre Wirksamkeit verlieren. Resistenzen bilden sich, wenn Medikamente nicht vorschriftsmäßig oder über sehr lange Zeiträume eingenommen werden. Multimedikamentenresistente und extrem multimedikamentenresistente Formen einer Erkrankung sind besonders schwer oder gar nicht mehr behandelbar, zum Beispiel bei Tuberkulose.