Tuberkulose
Therapiemöglichkeiten
Zur Behandlung der Tuberkulose wendet Ärzte ohne Grenzen die von der WHO empfohlene sorgfältig kontrollierte Therapie, die DOTS-Strategie (Directly Observed Treatment Short Course) an. Diese ist zwar effektiv, aber schwierig umzusetzen:
- Tuberkulose
- Etwa neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose (TB). Viele von ihnen sind HIV-Infizierte mit schwachem Immunsystem (sog. Koinfektion). Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwendig. Ärzte ohne Grenzen nutzt ab 2011 ein neues Diagnose-Gerät, das die Krankheit schneller und sicherer diagnostiziert sowie eine Form der multimedikamentenresistenten-TB erkennt. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die wichtigsten Medikamente resistent und die Patienten müssen zwei Jahre lang täglich Medikamente mit starken Nebenwirkungen einnehmen.
- Die Tuberkulose wird mit Antibiotika behandelt. Doch kein Antibiotikum allein kann alle Tuberkelbazillen im Körper einer betroffenen Person abtöten. Neben ihrer extremen Widerstandsfähigkeit sind die Erreger in der Lage, Resistenzen gegen die angewandten Medikamente zu entwickeln. Die einzig effektive Methode der Behandlung besteht darin, gleichzeitig mehrere verschiedene Medikamente über einen längeren Zeitraum (üblicherweise sechs Monate) zu geben.
- Es muss gewährleistet sein, dass die Patienten ihre Medikamente regelmäßig über den gesamten Zeitraum einnehmen. Deshalb müssen sie ihre Tabletten unter direkter Kontrolle des medizinischen Personals schlucken. Dies ist mit hohen Personalkosten für die Regierungen und Lohnausfall für die Patienten verbunden.
- Wenn Fieber und Husten nach einigen Wochen zurückgehen, die Patienten wieder an Gewicht zunehmen und das allgemeine Krankheitsgefühl nachlässt, ist die Gefahr groß, dass die Patienten ihre Medikamente eigenhändig absetzen. In diesem Fall kann es einerseits zu einem Rückfall kommen, andererseits können sich Resistenzen entwickeln, wenn die Medikamente weder regelmäßig noch lange genug eingenommen werden. Die Behandlung einer multiresistenten Tuberkulose kostet zwischen 8.000 und 13.000 Dollar pro Patient und ist somit unerschwinglich für die meisten Kranken in ärmeren Ländern. Die Diagnose einer multiresistenten Tuberkulose kommt so für viele Menschen einem Todesurteil gleich, während sich die Krankheit gleichzeitig weiter ausbreitet.
- In unsicheren Flüchtlinssituationen entscheidet sich Ärzte ohne Grenzen gegen die Behandlung von TB-Patienten, da eine kontrollierte Therapie in dieser Situation nicht durchzuführen ist. In solchen Fällen wird eine Stabilisierung der Lage abgewartet, bevor mit der Therapie begonnen wird.
- Antibiotikum
- Stoffgruppe zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Antibiotika töten die Bakterien entweder ab, oder sie hemmen deren Vermehrung.
- Resistenz
- Eingeschränkte oder fehlende Sensitivität von Krankheitserregern gegenüber Medikamenten, die dadurch ihre Wirksamkeit verlieren. Resistenzen bilden sich, wenn Medikamente nicht vorschriftsmäßig oder über sehr lange Zeiträume eingenommen werden. Multimedikamentenresistente und extrem multimedikamentenresistente Formen einer Erkrankung sind besonders schwer oder gar nicht mehr behandelbar, zum Beispiel bei Tuberkulose.
- Tuberkulose
- Etwa neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose (TB). Viele von ihnen sind HIV-Infizierte mit schwachem Immunsystem (sog. Koinfektion). Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwendig. Ärzte ohne Grenzen nutzt ab 2011 ein neues Diagnose-Gerät, das die Krankheit schneller und sicherer diagnostiziert sowie eine Form der multimedikamentenresistenten-TB erkennt. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die wichtigsten Medikamente resistent und die Patienten müssen zwei Jahre lang täglich Medikamente mit starken Nebenwirkungen einnehmen.