Das Masernvirus wird über die Luft übertragen ("fliegende Infektion") und zeigt eine hohe Ansteckungsfähigkeit (Kontagiosität). Bereits vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen können die Infizierten andere Personen anstecken. Die Übertragungsgefahr dauert solange an, wie sich der Ausschlag zeigt. An Masern erkranken in der Regel Kinder und Kleinkinder, Erwachsene können sich jedoch auch infizieren, wenn sie in der Kindheit keine Infektion durchgemacht haben. Bei ihnen verläuft die Krankheit jedoch meist schwerer.
Nach einer Inkubationszeit von neun bis elf Tagen treten erste Krankheitszeichen wie Fieber, Unwohlsein, Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit Lichtscheuheit, Entzündung des Nasen-Rachenraums und ein bellender Husten auf. Darüber hinaus zeigen sich kalkspritzerartige Flecken auf der Wangenschleimhaut, die für Masern krankheitsspezifisch sind (Koplik`sche Flecken). Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu einem Hautausschlag, der sich zunächst im Gesicht und hinter den Ohren zeigt. In der Regel gehen die Symptome nach vier bis sieben Tagen zurück, und der Allgemeinzustand des Patienten verbessert sich. Nach abgelaufener Krankheit bleibt eine lebenslange Immunität zurück. Eine Masernerkrankung kann jedoch auch mit schwerwiegenden Komplikationen einhergehen, die in einigen Fällen zum Tode führen. Hierzu zählen u.a. die Masernpneumonie (Lungenentzündung) oder Durchfall, der große Flüssigkeitsverluste zur Folge hat. Besonders gefährlich ist die Masernenzephalitis (Entzündung des Gehirns), die jedoch nur selten auftritt. Zudem kommt es im Verlauf der Erkrankung häufig zu einem Vitamin-A-Mangel, der zur Schwächung des Immunsystems und in schweren Fällen auch zur Erblindung (Xerophthalmie) führen kann.