Kala Azar wird durch die Gattung Leishmania hervorgerufen, die durch Schmetterlingsmücken (Phlebotomen) auf den Menschen übertragen werden. Diese winzigen Mücken brüten an schattigen, feuchten Orten und stechen meist im Freien und in der Dämmerung. Als Wirtstiere sind vor allem Nagetiere, Hunde und Füchse bekannt. Hier halten sich die Parasiten auf, bis sie durch einen ersten Mückenstich in den Darm der Mücke gelangen, um sich dort zu entwickeln und zu vermehren. Bei einem weiteren Mückenstich gibt die Mücke die Parasiten an den Menschen weiter. Außerdem wird der Erreger durch die Mücke auch von Mensch zu Mensch übertragen.
Kala Azar zeigt nur bei rund zehn Prozent der Infizierten Symptome. Zwischen dem Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit liegen etwa drei bis sechs Monate. Der Zeitraum kann aber auch mehrere Jahre betragen. Nach dem Eindringen des Erregers in den menschlichen Körper vermehrt er sich und greift das Immunsystem an. Die Krankheit äußert sich zunächst grippeähnlich. Die Patienten zeigen allgemeine Müdigkeit, hohes Fieber, starken Gewichtsverlust, Gelenkschmerzen und haben oft eine vergrößerte Milz, so dass es häufig zu Bauchschmerzen kommt. Entzündungen der Atemwege und Durchfälle werden durch virale oder bakterielle Begleitinfektionen, wie Lungenentzündung, Tuberkulose oder Hirnhautentzündung ausgelöst. Häufig veranlasst erst die Sekundärinfektion den Patienten dazu, einen Arzt aufzusuchen. Erst Monate nach Beginn der Erkrankung zeigt sich das typische Bild von Kala Azar: Die Patienten entwickeln einen großen Bauchumfang, die Haut wird blass (unter anderem durch Blutbildveränderungen), und ihre Extremitäten werden dünn.
Unbehandelt verlaufen über 90 Prozent der manifesten Infektionen tödlich, behandelt liegt die Letalität (Sterberate) je nach Zeitpunkt des Behandlungsbeginns bei bis zu 15 Prozent. Besonders im Zusammenhang mit HIV/Aids wird Kala Azar in vielen Ländern zum Besorgnis erregenden Problem: Während die Krankheit bei sonst gesunden Menschen nur in zehn Prozent der Fälle symptomatisch wird, bricht die Erkrankung bei HIV-Infizierten in 100 Prozent der Fälle aus, da das Immunsystem schon geschwächt ist. Zudem beschleunigt Kala Azar bei HIV-Positiven den Ausbruch von Aids. In diesem Zusammenhang wird Kala Azar auch zunehmend ein Problem der Industrieländer. In einigen Mittelmeerländern traten in den vergangenen Jahren verstärkt Leishmaniosen auf.