Kala Azar
Vorgehen bei einer Epidemie
Die viszerale Leishmaniose kommt in einigen Ländern Afrikas endemisch vor. Alle fünf bis 15 Jahre bricht in diesen Gebieten eine Epidemie aus. Die Altersverteilung zeigt, dass hier besonders Kinder betroffen sind. Ältere Leute haben meist eine Immunität gegen die Parasiten entwickelt, ohne an Kala Azar erkrankt zu sein. In sonst nicht endemischen Regionen sind Erwachsene und Kinder bei einer Epidemie meist gleich stark von der Krankheit betroffen. Ärzte ohne Grenzen leitet folgende Maßnahmen ein, um die Zahl der Infektionen gering zu halten und die Infizierten zu behandeln:
- Epidemie
- gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
- Immunität
- Unempfänglichkeit des Organismus für eine Infektion mit krankheitserregenden Mikroorganismen
- Kala Azar
- Gefährlichste Form der Infektionskrankheit Leishmaniose, die durch Mücken (Phlebotomen) übertragen wird. Kala-Azar greift das Immunsystem an und kann tödlich verlaufen. Betroffen sind jährlich etwa 500.000 Menschen, vor allem in Bangladesch, Brasilien, Indien, Nepal und im Sudan; in letzter Zeit verstärkt auch in einigen Mittelmeerländern.
- Parasiten
- Schmarotzer: Lebewesen, die teilweise oder vollständig auf Kosten anderer Organismen leben.
- In sogenannten Kala-Azar-Zentren werden die Verdachtsfälle mittels eines Antikörpersuchtests auf Kala Azar getestet. Im Falle eines negativen Befunds kann eine Punktion eines geschwollenen Lymphknotens die Verdachtsdiagnose erhärten. Andernfalls wird der Patient nach ein bis zwei Wochen erneut getestet.
- Bei positiven Befunden werden die Patienten über 30 Tage lang behandelt. Außerdem ist es wichtig, Begleiterkrankungen wie Lungenentzündung oder Durchfall zu therapieren, da sie schnell zum Tode führen können.
- Häufig leiden die Patienten auch unter starker Unterernährung, die in Ernährungszentren behandelt werden muss.
- Neben der direkten Behandlung der Patienten müssen Daten gesammelt und ausgewertet werden.
- Die Bevölkerung muss über die Krankheit und die Ansteckungswege aufgeklärt werden. Individuelle Schutzmöglichkeiten vor Mückenstichen müssen bekannt gemacht werden.
- Moskitonetze mit besonders kleinen Maschen werden verteilt, durch die selbst die kleinen Schmetterlingsmücken nicht hindurchpassen.
- Die Gefahren einer Ko-Infektion von Kala Azar und HIV/Aids sollten der Bevölkerung im Falle einer Epidemie sowie in endemischen Gebieten mit besonderem Nachdruck nahegebracht und erklärt werden. Gerade die häufige Tabuisierung von sexuellen Themen und Ansteckungsmöglichkeiten mit dem HIV-Virus erfordert Aufklärungsprogramme zur Vermeidung von Neuinfektionen von HIV/Aids wie auch Kala Azar für alle Altersstufen.
- Aids
- acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
- Antikörper
- spezielle Eiweiße (Immunglobuline), die das Immunsystem nach Kontakt des Körpers mit Fremdzellen (Antigenen) bildet und die zu einer spezifischen Abwehrreaktion des Körpers führen (Antigen-antikörper-Reaktion).
- Epidemie
- gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
- Kala Azar
- Gefährlichste Form der Infektionskrankheit Leishmaniose, die durch Mücken (Phlebotomen) übertragen wird. Kala-Azar greift das Immunsystem an und kann tödlich verlaufen. Betroffen sind jährlich etwa 500.000 Menschen, vor allem in Bangladesch, Brasilien, Indien, Nepal und im Sudan; in letzter Zeit verstärkt auch in einigen Mittelmeerländern.
- Lymphknoten
- Linsen- bis bohnengroße Organe, die in die Strombahn der Lymphgefäße eingebettet sind und einen Teil des Immunsystems bilden.
- Virus
- Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.