Das HI-Virus wird über Sexual- und Blutkontakte übertragen. Die häufigste Verbreitung des Virus erfolgt über Sexualkontakte, aber auch Transfusionen von infiziertem Blut oder Blutprodukten sowie das gemeinsame Benutzen von Spritzen durch Drogenabhängige führen zu einer Infektion. Auch auf Neugeborene kann das Virus entweder unmittelbar vor oder während der Geburt übergehen. Die Ansteckungsrate kann durch eine antiretrovirale Behandlung der Mutter vor der Geburt sowie durch einen Kaiserschnitt vor Wehenbeginn deutlich gesenkt werden. Vom Stillen sollte eine infizierte Mutter - wenn möglich - aufgrund der Ansteckungsgefahr absehen.
Befindet sich das HI-Virus (human immune deficiency virus) im Körper, greift es die sogenannten CD4-Zellen (T-Helferzellen) an, die einen Teil der weißen Blutkörperchen und damit des Immunsystems darstellen. Die Invasion und Vermehrung des Virus kann zu einer akuten HIV-Krankheit führen und eine kurze grippeähnliche Symptomatik mit Fieber, Lymphknotenschwellung und Hautausschlag auslösen. Im Anschluss daran kann das Virus über mehrere Jahre (bis zu über zehn Jahren) im Körper überdauern, ohne dass klinische Krankheitszeichen auftreten. Dabei vermehrt sich das Virus kontinuierlich. Das klinische Syndrom Aids (aquired immune deficiency syndrome) zeichnet sich dadurch aus, dass es aufgrund einer fortschreitenden Immunschwäche zum Ausbruch verschiedener Erkrankungen - so genannter opportunistischer Infektionen - kommt, die vom Körper nicht mehr bewältigt werden können. Das erste Zeichen für Aids kann ein langanhaltender, kräftezehrender Durchfall sein, der zu einem ausgeprägten Gewichtsverlust führen kann. Weitere Manifestationen sind eine schnell fortschreitende Tuberkulose, ausgedehnte Candida-Infektionen (Soor) und weitere so genannte opportunistische Infektionen wie Herpes simplex, Pneumocystis carinii-Pneumonie (Lungenentzündung), Kryptokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung) und Toxoplasmose des Gehirns (eine diffuse Entzündung des Gehirns). Durch die fortschreitende Schwächung des Immunsystems kann jede einzelne dieser Infektionen zum Tode führen.