HIV/Aids
Vorgehen gegen die Pandemie
Unter einer Pandemie versteht man die Ausbreitung einer Infektionskrankheit über Länder und Kontinente hinweg. Aids hat sich in den 80er Jahren pandemisch über die ganze Welt ausgebreitet. Die Zahl der weltweit HIV-Infizierten liegt momentan bei über 42 Millionen Menschen. Diesen Menschen kann mit Präventionsmaßnahmen nicht mehr geholfen werden. Sie brauchen medikamentöse Hilfe, um überleben zu können. Ärzte ohne Grenzen setzt sich deshalb für die antiretrovirale Behandlung der HIV/Aids-Patienten in ärmeren Ländern ein und engagiert sich im Kampf gegen HIV/Aids sowohl medizinisch als auch politisch:
- Aids
- acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
- Infektionskrankheit
- Krankheit, die durch das Eindringen und die Vermehrung von Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten ausgelöst wird.
- Pandemie
- Ausbreitung einer Infektionskrankheit über die Grenzen von Kontinenten und Ländern hinweg; z.B. Aids.
- Das Problem Aids wird in den Projekten der Organisation thematisiert und im Rahmen von integrierten Gesundheitsprojekten angesprochen.
- Darüber hinaus setzt Ärzte ohne Grenzen in Pilotprojekten auch antiretrovirale Medikamente ein. Derzeit erhalten mehr als 80.000 Patienten diese Arzneimittel.
- Im Rahmen der internationalen Kampagne "Besserer Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten" setzt sich Ärzte ohne Grenzen auch bei Regierungen und Verantwortlichen der Pharmaindustrie dafür ein, dass HIV-Infizierte und Aidspatienten in ärmeren Ländern Zugang zu kostengünstigen HIV/Aids-Medikamenten haben. Die Organisation fordert die Industrieländer auf, mehr Geld für die Behandlung von HIV/Aids in ärmeren Ländern zur Verfügung zu stellen, d.h. beispielsweise mehr Geld für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria bereitzustellen.
- Aids
- acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
- Malaria
- Häufigste Tropenkrankheit, die durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich rund 225 Millionen Menschen an Malaria, annähernd eine Million Menschen sterben daran. Ärzte ohne Grenzen hat 2010 begonnen, bei schweren Erkrankungen die intravenöse Behandlung auf das neue Medikament Artesunat umzustellen und setzt sich für die weltweite Anwendung dieser Behandlung ein.
- Tuberkulose
- Etwa neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose (TB). Viele von ihnen sind HIV-Infizierte mit schwachem Immunsystem (sog. Koinfektion). Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwendig. Ärzte ohne Grenzen nutzt ab 2011 ein neues Diagnose-Gerät, das die Krankheit schneller und sicherer diagnostiziert sowie eine Form der multimedikamentenresistenten-TB erkennt. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die wichtigsten Medikamente resistent und die Patienten müssen zwei Jahre lang täglich Medikamente mit starken Nebenwirkungen einnehmen.