Hirnhautentzündung (Meningitis)

Wie gefährlich ist Hirnhautentzündung?



Niger 2003: Impfkampagnen helfen, die Ausbreitung der Hirnhautentzündung zu begrenzen. © Frederic Sautereau/L'oeil Public
Niger 2003: Impfkampagnen helfen, die Ausbreitung der Hirnhautentzündung zu begrenzen.

Infektionsweg:

Die Meningokokken-Meningitis wird vornehmlich durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zum Krankheitsausbruch) beträgt ein bis zehn, meist zwei bis vier Tage. Die Symptome können sich sowohl ganz rasant als auch schleichend entwickeln.

Inkubationszeit
Zeit, die zwischen der Ansteckung mit einem bestimmten Erreger und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen liegt.
Meningitis
Hirnhautentzündung, die durch unterschiedliche Bakterien oder Viren ausgelöst werden kann. Zu den gefährlichsten Arten gehört die Meningokokken-Meningitis. Südlich der Sahara erstreckt sich vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien im Osten der sogenannte „Meningitis-Gürtel”, in dem regelmäßig Epidemien auftreten. Bei Ausbruch der Krankheit führt Ärzte ohne Grenzen Impfkampagnen durch. Seit 2010 teilweise mit einem neuen Impfstoff.
Tröpfcheninfektion
Übertragung einer Krankheit durch kleinste Tropfen, die Erreger enthalten und von bereits Infizierten z.B. beim Husten und Niesen ausgestoßen werden

 

Krankheitsverlauf:

Der Keim dringt über die Schleimhäute von Nase und Rachen in den Körper ein und breitet sich rasch über die Blutbahn bis ins Gehirn aus. Dort führt er bevorzugt auf den Hirnhäuten zu Entzündungsreaktionen. Die normalerweise klare Hirnflüssigkeit (Liquor) trübt ein und wird zähflüssig, der Hirndruck steigt.

Liquor
Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt.

 

Die drei klassischen Symptome Fieber, Nackensteife und Kopfschmerz treten bei fast allen Erkrankten auf, müssen allerdings nicht in jedem Fall im Vordergrund stehen. Darüber hinaus kommt es zu Übelkeit und Erbrechen, Rückenschmerzen, Lichtscheue und innerer Unruhe. Mit zunehmender Schwere der Erkrankung kommen Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeit, Krämpfe sowie Hirnnervenlähmungen hinzu.

 

Selbst bei frühzeitiger und ausreichender Behandlung liegt die Letalität (Sterberate) bei fünf bis zehn Prozent. Bei überlebenden Betroffenen verbleiben in 20 Prozent der Fälle Hirnschädigungen, die zu Lähmungen oder Taubheit führen können.

Letalität
Maß für die Tödlichkeit einer bestimmten Krankheit. Die Letalität gibt das Verhältnis der Anzahl der an einer bestimmten Krankheit Verstorbenen zur Anzahl neuer Fälle an.

 

Breiten sich die Erreger im gesamten Blutkreislaufsystem (Sepsis) aus, kann es zum Schock mit Multiorganversagen kommen, was innerhalb von Stunden zum Tode führen kann.

Multiorganversagen
Gleichzeitig oder rasch aufeinanderfolgendes Versagen von zwei oder mehreren vitalen Organfunktionen (z.B. akutes Lungenversagen und akutes Nierenversagen. Kann z.B. durch Sepsis, Schock, Polytrauma oder Vergiftung ausgelöst werden
Schock
fortschreitendes generalisiertes Kreislaufversagen
Sepsis
Blutvergiftung. Sie tritt auf, wenn sich die Erreger von einem Infektionsherd aus über das gesamte Blutsystem verteilen.

 


Fotos: Frederic Sautereau/L'oeil Public



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