Hirnhautentzündung (Meningitis)

Vorgehen bei einer Epidemie


Im Frühstadium einer Meningitis-Epidemie kann es schwierig sein zu unterscheiden, ob es sich um eine zufällige Häufung sporadischer Fälle oder den Beginn einer echten Epidemie handelt. Deshalb hat Ärzte ohne Grenzen einen Grenzwert festgelegt, der eine Intervention erfordert: Bei mehr als 15 Fällen auf 100.000 Einwohner pro Woche über einen Zeitraum von zwei aufeinander folgenden Wochen wird von einer Meningitisepidemie ausgegangen.

Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Meningitis
Hirnhautentzündung, die durch unterschiedliche Bakterien oder Viren ausgelöst werden kann. Zu den gefährlichsten Arten gehört die Meningokokken-Meningitis. Südlich der Sahara erstreckt sich vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien im Osten der sogenannte „Meningitis-Gürtel”, in dem regelmäßig Epidemien auftreten. Bei Ausbruch der Krankheit führt Ärzte ohne Grenzen Impfkampagnen durch. Seit 2010 teilweise mit einem neuen Impfstoff.

 

Beim Ausbruch einer Epidemie haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen zwei Aufgaben:

Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.

 

  • Impfung der Bevölkerung: In der betroffenen Region werden in der Regel alle Personen zwischen zwei und 30 Jahren geimpft. Abhängig vom Ausmaß der Epidemie kann die Zielgruppe jedoch erweitert werden, und in besonderen Fällen werden Kinder sogar schon ab sechs Monaten geimpft. Ältere Personen haben im allgemeinen bereits zu einem früheren Zeitraum eine Meningokokken-Infektion durchgemacht und verfügen über eine gewisse Immunität. Außerdem verläuft die Krankheit in dieser Altersgruppe meist harmloser. Kleinkinder bauen meist keine gute Immunantwort auf die Impfung auf, besitzen jedoch in den ersten Lebensmonaten eine so genannte natürliche Immunität.

Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Immunität
Unempfänglichkeit des Organismus für eine Infektion mit krankheitserregenden Mikroorganismen
Impfung
Erzeugung einer Immunität zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Aktive Immunisierung: Durch die Gabe von abgeschwächten Krankheitserregern wird der Körper zur Bildung von Antikörpern gegen die jeweiligen Erreger angeregt. Passive Immunisierung: Gabe von Antikörpern (Immunglobulinpräparaten).

 

Die Impfkampagne erfordert einen großen logistischen Aufwand: Impfstoffe müssen in großen Mengen vom Hersteller besorgt und zusätzliche freiwillige Helfer eingesetzt werden.

Impfkampagne
Besteht die Gefahr einer Epidemie, beispielsweise durch Masern oder Meningitis, wird die Bevölkerung in dem betroffenen Gebiet geimpft, um eine Ansteckung mit der Krankheit zu verhindern. Jeder Geimpfte wird registriert und erhält einen Impfpass. Oft werden bei einer Kampagne mehrere Zehntausend Menschen erreicht.

 

  • Behandlung der Erkrankten: Ärzte ohne Grenzen benutzt zur Behandlung der Meningitis das Antibiotikum Chloramphenicol als ölige Suspension. Die Form verleiht dem Medikament eine lange Wirkdauer, so dass es als einmalige intramuskuläre Injektion angewendet werden kann und eine Wirksamkeit über 24 Stunden und mehr aufweist. Die meisten Patienten können mit einer einzigen Injektion geheilt werden. Dies ist besonders in abgelegenen ländlichen Gebieten von Vorteil, wo viele weit voneinander entfernt lebende Menschen behandelt werden müssen.

Antibiotikum
Stoffgruppe zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Antibiotika töten die Bakterien entweder ab, oder sie hemmen deren Vermehrung.
Injektion
meist schnelles Einspritzen von gelösten Substanzen in den Körper. Die Injektion kann in einen Muskel (i.m.), in eine Vene (i.v.) unter die Haut (s.c.) oder seltener auch in eine Arterie (i.a.) erfolgen.
Meningitis
Hirnhautentzündung, die durch unterschiedliche Bakterien oder Viren ausgelöst werden kann. Zu den gefährlichsten Arten gehört die Meningokokken-Meningitis. Südlich der Sahara erstreckt sich vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien im Osten der sogenannte „Meningitis-Gürtel”, in dem regelmäßig Epidemien auftreten. Bei Ausbruch der Krankheit führt Ärzte ohne Grenzen Impfkampagnen durch. Seit 2010 teilweise mit einem neuen Impfstoff.

 





Jetzt online spenden! Spendenkonto 97 0 97 - Bank für Sozialwirtschaft - BLZ 370 205 00 Servicetelefon für Spender - Mo-Fr. 8:00 - 18:00 Uhr - 030 - 700 130 130