Russland 2010: Dorfbewohner in Kriusha: durch den Rauch bedingt leiden viele Menschen in der Region unter Atemproblemen. © Alexander Korotkov/ MSF
 
Russland 2010: Dorfbewohner in Kriusha: durch den Rauch bedingt leiden viele Menschen in der Region unter Atemproblemen.


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Notfallhilfe für Opfer der Waldbrände

Ärzte ohne Grenzen leistet den Bewohnern der von den Waldbränden betroffenen Dörfer in der Region Ryazan, die rund 200 Kilometer von Moskau entfernt liegt, humanitäre Hilfe. Schätzungsweise 2.000 Menschen sind bisher von den Bränden in dieser Region vertrieben worden. Die Familien, die ihr Zuhause verloren haben, finden vorerst Schutz in Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen, viele andere kommen bei Verwandten und Freunden unter.

"Die Leute haben schwere Atemprobleme, alle hier leiden unter starkem allergiebedingtem und durch den Rauch verursachten Juckreiz. Wir brauchen dringend Antihistaminika, Atemschutzmasken und Trinkwasser", erklärt Irina Anatolyevna, leitende Ärztin im Dorfkrankenhaus von Kriusha. "Dabei handelt es sich nicht nur um diejenigen, die ihre Häuser verloren haben; alle Bewohner der Region sind betroffen."

Am 6. und 11. August verteilte ein Team von Ärzte ohne Grenzen die notwendigsten Nahrungsmittel, Hygiene-Kits und Bettlaken für 500 Menschen. Atemmasken, Trinkwasser und lebensnotwendige Medikamente sowie Medizin für chronisch erkrankte Patienten wurden an zwei lokale Gesundheitseinrichtungen gespendet. Zu den Einrichtungen zählen unter anderem eine ambulante Klinik in Polyany und ein Krankenhaus in Kriusha, einem Dorf mit 1.060 Bewohnern. Besonders Kriusha wurde von den Feuern stark getroffen.

Seit die Quellen in der Gegend wegen der hohen gesundheitlichen Gefährdung geschlossen werden mussten, ist sauberes Trinkwasser für freiwillige Helfer und jene Ortsansässige, die geblieben sind, eines der dringendsten Bedürfnisse.

Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 

12. August 2010

Fotos: Alexander Korotkov/ MSF



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