Transnistrien, eine politisch isolierte und vorrangig russischsprachige Region, ist ein Landstreifen, der durch den Fluss Dniester von der Republik Moldau getrennt ist. Einst Schauplatz eines gewaltsamen separatistischen Krieges wird Transnistrien noch immer nicht von der internationalen Gemeinschaft anerkannt. Obwohl die Republik viel Geld von internationalen Institutionen erhält, um die HIV/Aids-Epidemie zu bekämpfen, fließt davon nur wenig nach Transnistrien.
Die Aktivitäten des Projektes werden schließlich ausgeweitet: Es finden wöchentliche Besuche im Bender-Tuberkulose-Krankenhaus statt, wo Patienten untergebracht sind, die an Tuberkulose und HIV/Aids erkrankt sind. Die Mitarbeiter fahren ebenso nach Slobozia, der einzigen stationären Einrichtung für HIV/Aids-Patienten in der Region sowie nach Ribnitza, das im Norden des Landes liegt. Hier betreuen sie wöchentlich ein Gesundheitszentrum in der städtischen Poliklinik. Darüber hinaus arbeiten die Mitarbeiter in den Gefängnissen, wo HIV/Aids rund 13 mal öfter vorkommt als in der zivilen Gesellschaft. Auch Koinfektionen, vor allem mit Tuberkulose, sind viel häufiger. Bevor Ärzte ohne Grenzen die Arbeit in den Haftanstalten aufnimmt, haben die Insassen keinen Zugang zu einer fachmedizinischen HIV-Pflege und -Behandlung.
Im Dezember 2008 übergibt Ärzte ohne Grenzen alle Aktivitäten im zivilen Bereich an das Gesundheitsministerium. Zu diesem Zeitpunkt versorgen die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen und das Gesundheitsministerium rund 860 HIV-Patienten. Das sind mehr als die Hälfte aller HIV-Positiven, die in Transnistrien registriert sind. Mehr als 180 dieser Patienten starten ihre lebensverlängernde antiretrovirale Therapie.
Ärzte ohne Grenzen trainiert zudem das Personal des Krankenhauses, um sicherzustellen, dass die Versorgung qualitativ hochwertig ist. Vor allem aber führt die Lobbyarbeit der Organisation dazu, dass finanzielle HIV/Aids-Ressourcen von der Republik Moldau nach Transnistrien fließen. Die Übergabe des Gefangenen-Projekts an das Justiz- und Gesundheitsministerium ist für Anfang 2009 geplant.
Ärzte ohne Grenzen ist seit 2007 in der Republik Moldau präsent.
| Moldau | |
|---|---|
| Fläche: | 33 800 km² |
| Einwohner: | 3,633 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 2,6/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 14/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 65 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 72 J. |