Das medizinische Team von Ärzte ohne Grenzen kümmerte sich am Hafen von Lampedusa sofort um die Überlebenden. Mehr als zwei Dutzend Menschen benötigten dringend medizinische Hilfe und wurden in das Krankenhaus der Insel gebracht. "Die meisten Patienten waren ausgetrocknet, unterkühlt und befanden sich im Schockzustand. Einige Patienten hatten Schmerzen in der Bauchregion und Hautverletzungen", sagt Dr. Mark Testa, der auf Lampedusa für Ärzte ohne Grenzen arbeitet.
Die Geretteten berichten, dass sie fast sechs Tage ohne Nahrung und Wasser auf See getrieben hatten. Sie mussten zusehen, wie Mitreisende an Bord verhungerten, und sprachen immer wieder davon, dass es ihnen schwer falle zu glauben, dass sie selbst überlebt haben.
"Jedes neue Boot, jeder tragische Tod eines Flüchtlings erinnert uns mehr als deutlich an den Krieg, der am anderen Ufer des Meers stattfindet. Diese Menschen riskieren ihr Leben, um an den Küsten Europas Zuflucht zu suchen", erklärt Francesca Zuccaro, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Italien.
Ärzte ohne Grenzen appelliert an die nach internationalem Recht bestehende Verantwortung aller in den Krieg involvierten Parteien und angrenzenden Länder, ihre Grenzen offen zu halten und den Menschen, die aus Libyen fliehen, Schutz zu gewähren.
| Italien | |
|---|---|
| Fläche: | 301 338 km² |
| Einwohner: | 59,855 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 4,2/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 4/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 78 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 83 J. |