Mitarbeiter der Hilfsorganisation haben von August 2009 bis Mai 2010 in den drei Lagern Pagani auf der Insel Lesbos, Filakio in der Präfektur Evros und Venna in der Präfektur Rodopi psychologische Hilfe geleistet. Die dort Ankommenden hatten oft Traumatisches erlebt. Fast ein Drittel von ihnen sprach mit den Helfern über Angriffe durch bewaffnete Gruppen, Bombardierungen, Schläge oder andere Formen von Gewalt, die sie selbst oder andere in ihrer Anwesenheit in ihrer Heimat erlitten haben. Rund jeder zehnte Patient (9,5 Prozent) litt unter dem post-traumatischen Stresssyndrom (PTSD). Der Aufenthalt in den Lagern kann bestehende Probleme verstärken und zu neuen Traumata und psychologischen Leiden beitragen.
Vor allem eingesperrt zu sein war für die meisten eine schmerzvolle und unmenschliche Erfahrung. 39 Prozent der rund 300 Patienten litten unter Angstsymptomen, 31 Prozent unter Depressionen. Hinzu kommt, dass die Lebensbedingungen in den Lagern nicht den nationalen und internationalen Standards entsprechen. Manche waren konstant überfüllt und die Sanitärversorgung war sehr schlecht. Familien werden voneinander getrennt und können kaum miteinander kommunizieren. Zudem gibt es Berichte über Entwürdigung und Missbrauch durch die Polizei.
| Griechenland | |
|---|---|
| Fläche: | 131 957 km² |
| Einwohner: | 11,238 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 4,4/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 4/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 77 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 82 J. |