Ärzte ohne Grenzen hat im Auffanglager von Pagani bereits von Juni bis September 2008 gearbeitet. Während dieser vier Monate hat ein Team von Ärzte ohne Grenzen Basisgesundheitsversorgung durchgeführt und den Menschen psychologische Unterstützung angeboten. Außerdem haben die Mitarbeiter Bauarbeiten durchgeführt, um die Lebensbedingungen zu verbessern. Dennoch hatte das Team große Schwierigkeiten, Zugang zum Lager und den Migranten zu bekommen, die dringend medizinische und psychologische Hilfe benötigten. Infolgedessen entschied sich Ärzte ohne Grenzen im September 2008, die Aktivitäten auszusetzen.
In den vergangenen Monaten hat Griechenland seine Reaktion auf die nicht registrierten Migranten im Land deutlich verstärkt. Täglich sind sie von der Polizei verhaftet worden, und die Auffanglanger sind überfüllt. "Die Entscheidung der griechischen Regierung, den Zeitraum der Internierung für nicht registrierte Migranten auf bis zu sechs Monate zu verlängern, wird die Situation in den Lagern definitiv verschlimmern. Wir können bestätigen, dass diese bedürftigen Menschen dringend zusätzliche Hilfe benötigen", sagt Micky van Gerven.
Trotz der Zerstörung des Lagers für Migranten in Patras, verfolgt Ärzte ohne Grenzen weiter die Situation der nicht registrierten Migranten in der Stadt und arbeitet mit mobilen Kliniken. Wenn nötig verteilen die Teams Gebrauchsgegenstände wie Hygienematerialien, Schlafsäcke und Behälter für Nahrungsmittel.
Ende August wird Ärzte ohne Grenzen beginnen, psychologische Hilfe in zwei oder mehreren Übergangslagern in Evros und Rodopi im Norden Griechenlands anzubieten.
| Griechenland | |
|---|---|
| Fläche: | 131 957 km² |
| Einwohner: | 11,238 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 4,4/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 4/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 77 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 82 J. |