Usbekistan 2007: Untersuchung eines Tuberkulosepatienten im Krankenhaus in Nukus. © Donald Weber/Atlas Press
 
Usbekistan 2007: Untersuchung eines Tuberkulosepatienten im Krankenhaus in Nukus.


Usbekistan

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Usbekistan gehört zu den Ländern, in denen weltweit am meisten Menschen mit medikamentenresistenter Tuberkulose (DR-TB) erkranken. Allerdings haben nur weniger als zehn Prozent der Bevölkerung Zugang zu angemessener DR-TB-Behandlung. Es ist dringend notwendig, die Behandlungsprogramme auszuweiten, so dass alle Betroffenen diagnostiziert und therapiert werden können.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Im Mai 2010 begann Ärzte ohne Grenzen damit, das Programm in der autonomen Republik Karakalpakstan, im Nordwesten Usbekistans, von der Hauptstadt Nukus und dem Distrikt Chimbay auf andere Gebiete auszuweiten. Zum Jahresende stellten die Teams TB-Behandlung in vier Distrikten zur Verfügung. Im Verlauf des Jahres begannen 385 Patienten ihre Behandlung. Außerdem wurde ein neuer Test eingeführt, der schneller Medikamentenresistenz nachweist. Dieser neue Test soll sicherstellen, dass DR-TB-Patienten rascher diagnostiziert und isoliert werden, damit sie die Infektion nicht auf andere Menschen übertragen. Die ersten Patienten, bei denen dieser Test angewendet wurde, begannen im Oktober ihre Behandlung. Im Zentrum des Projektes stand zudem die Unterstützung des Patienten und der Familie vor und während der Therapie. Die Mehrheit der DR-TB-Patienten leidet unter den Nebenwirkungen der Medikamente. So können starker Schwindel, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen langfristig auftreten und den Therapieerfolg gefährden. Die Teams bieten Einzel-, Gruppen- und Familienberatung an, um den Patienten zu helfen, mit den Nebenwirkungen und sozialen Auswirkungen umzugehen. Dies soll die Therapietreue verbessern. Ärzte ohne Grenzen wirbt weiterhin beim Gesundheitsministerium für neue Ansätze bei der Diagnose und Behandlung von DR-TB. Dazu gehört auch, Patienten ambulant zu behandeln oder psychosoziale Unterstützung zu leisten. Ziel ist es, dass das Ministerium diese Angebote in die nationale Gesundheitsversorgung aufnimmt. Im Jahr 2011 wird Ärzte ohne Grenzen den 1.500sten  DR-TB-Patienten in das Behandlungsprogramm in Karakalpakstan aufnehmen sowie das Therapieangebot auf weitere drei Distrikte ausdehnen. Außerdem werden die Teams die Infektionskontrolle und die Versorgung mit TB-Medikamenten verbessern sowie Gesundheitspersonal fortbilden.
  • Im Juni 2010 überquerten rund 100.000 Menschen die Grenze von Kirgisistan nach Ubekistan, um dort vor dem Bürgerkrieg Zuflucht zu suchen. Die Hilfsaktionen für die Flüchtlinge wurden von der Regierung Usbekistans strikt kontrolliert. Gleichwohl gelang es Ärzte ohne Grenzen, fast alle Camps zu besuchen. Die Teams verteilten Hilfsgüter wie Wasch- und Kochutensilien und boten traumatisierten Flüchtlingen psychologische Hilfe an.

 

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1997 in Usbekistan präsent.

 

31. Mai 2011
Fotos: Donald Weber/Atlas Press



Länderinformationen

Usbekistan
Usbekistan
Fläche:447 400 km², einschl. der Auton. Republik Karakalpakistan mit 164 900 km²
Einwohner:27,314 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 2,7/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
57/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):64 J.
Lebenserwartung (Frauen):71 J.
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