"Die Menschen hier leiden immer noch unter den Nachbeben und haben Angst davor, in ihre Häuser zurückzukehren. Zudem hat es begonnen zu schneien, und die Bewohner sind jetzt, wo es Winter wird, sehr besorgt über fehlende Unterkünfte", erklärt der Notfallkoordinator Guillem Pérez. "Die Temperaturen sind nachts sehr niedrig, und die Situation, in der sich die Bevölkerung befindet, wird sich zunächst nicht verbessern. Es wird Monate dauern, bis ihr Leben wieder normal verlaufen kann."
Ärzte ohne Grenzen unterstützt Betroffene in Van und Ercis mit psychosozialer Hilfe, die von einheimischen Psychologen geleistet wird. Die Organisation wird zudem ein Referenzsystem aufbauen, damit Menschen in abgelegenen Gebieten, die spezielle Hilfe benötigen, in Krankenhäuser gebracht werden können. Ärzte ohne Grenzen plant auch, türkische Mitarbeiter zu schulen.
Das Gesundheitssystem vor Ort ist gut ausgestattet und hat gut auf die medizinischen Bedürfnisse reagiert. Dennoch wird ein Team von Ärzte ohne Grenzen mindestens zwei weitere Monate vor Ort bleiben, um auf möglichen neuen Hilfsbedarf nach der Notfallphase reagieren zu können.
| Türkei | |
|---|---|
| Fläche: | 783 562 km² |
| Einwohner: | 73,914 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 1,3/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 26/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 69 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 74 J. |