Die Chirurgen der Organisation führen täglich zwischen sechs und zehn chirurgische Eingriffe durch. Die Menschen haben Schuss- und Unfallwunden oder sind von Granaten getroffen worden. Um Amputationen zu vermeiden, entfernen die Chirurgen totes und infiziertes Gewebe - wenn nötig, oft mehrmals. "Wir haben viele Verletzte, die bisher nur dürftig behandelt wurden", sagt Mike D. Newman, Chirurg von Ärzte ohne Grenzen. "Für einige Patienten kommt die Hilfe erst nach Wochen, für andere sogar erst nach Monaten."
Im Nachbarbett liegt ein 18-jähriger Junge mit mehreren Verletzungen: Drei Monate alte Schusswunden im Arm und in der Schulter und einen eine Woche alten Granatsplitter im Knie. Dilan lief zwei Tage lang mit einem selbstgemachten Verband, bevor er im Lager Manik Farm ankam. Er ging unter großen Schmerzen in das Krankenhaus im Lager, in dem der Verband gewechselt wurde und er Medikamente bekommen hat. In den nächsten drei Tagen bekam er allerdings keine Nachsorge. Die Medikamente haben nur die Schmerzen gelindert, aber nicht die Infektion verhindert. Dilan kam acht Tage nachdem er die Verletzung erhalten hat, endlich in das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen, in dem er die nötige medizinische Hilfe erhielt
Es gibt wahrscheinlich Hunderte Patienten, die keine angemessene medizinische Versorgung erhalten. Die Ärzte des Gesundheitsministeriums tun ihr Bestes, um die vielen Patienten zu behandeln. Die Bedürfnisse verlangen aber einen Tag- und Nacht Dienst, um die nötigen Behandlungen zu gewährleisten. Ärzte ohne Grenzen verhandelt noch immer mit den Behörden, um endlich die nötige medizinische Hilfe für die Vertriebenen im Lager Manik Farm auszuweiten zu können.
| Sri Lanka | |
|---|---|
| Fläche: | 65 525 km² |
| Einwohner: | 20,047 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,5/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 12/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 72 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 77 J. |