Ramachandra ist derzeit in der Ayurvedischen Klinik in Pompaimadhu 10 Kilometer außerhalb von Vavuniya. Das Krankenhaus in Pompaimadhu ist im Gegensatz zu den meisten anderen Krankenhäusern in der Gegend nicht mit Patienten überflutet: Es liegen keine Patienten auf dem Boden und auch die Krankenwagensirenen sind nicht permanent vor dem Eingang der Klinik zu hören. Neben den Betten stehen viele Rollstühle und Krücken, die von der Organisation Handicap International gespendet wurden. Mindestens 30 Patienten haben Amputationen hinter sich, während weitere 25 gelähmt sind. Nahezu 200 Patienten bekommen in diesem Krankenhaus postoperative Pflege und Physiotherapie. Außerdem werden kleine chirurgische Eingriffe durchgeführt.
"Da das Krankenhaus in Vavunyia überfüllt war, hat das Gesundheitsministerium in der Ayurvedischen Klinik in Pompaimadhu eine postoperative Station eingerichtet, die Ärzte ohne Grenzen seit Anfang Mai unterstützt", sagte ein Mitglied des Notfallteams von Ärzte ohne Grenzen. "Die Station wurde extra für die postoperative Pflege eingerichtet. Es werden kleine Operationen durchgeführt, Verbände gewechselt und Rehabilitation angeboten."
Eine alte Frau versucht alleine mit den Krücken aufzustehen, fällt aber hin und bricht in Tränen aus. Die Menschen sind seelisch erschöpft; sie müssen viel Energie aufbringen, um sich selber zum Gehen zu motivieren. Zwei junge Mädchen beginnen im Nachbarbett eine Unterhaltung. Eine von ihnen ist Agatha, 17 Jahre alt. Ihr wurden beide Beine von den Knien abwärts amputiert.
Eine andere Patientin, ein 14-jähriges Mädchen, lächelt, als der Physiotherapeut sie zum Gehen auffordert. Sie lächelt während der ganzen Übung, aber sowie der Therapeut gegangen ist, bricht sie in Tränen aus und jammert über ihre Schmerzen. Ihre verzweifelte Mutter sitzt neben ihr. "Sie wird in einem Monat wieder laufen können", sagte der Physiotherapeut, während er ihr aus dem Rollstuhl hilft. "Es ist das erste Mal seit fünf Monaten, dass sie aufsteht. Es gibt Tausende Patienten, die das gleiche Schicksal wie sie haben und postoperative Pflege und Physiotherapie benötigen."
| Sri Lanka | |
|---|---|
| Fläche: | 65 525 km² |
| Einwohner: | 20,047 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,5/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 12/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 72 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 77 J. |