„Obwohl Ärzte ohne Grenzen die Zahl der Mitarbeiter vor Ort erhöht hat, sind die Teams von dem plötzlichen Ansturm der Menschen überwältigt“, erklärte Katrien Coppens, Programmleiterin von Ärzte ohne Grenzen in Amsterdam.
Teams von Ärzte ohne Grenzen versorgen seit Samstag gemeinsam mit Mitarbeitern des srilankischen Gesundheitsministeriums die Vertriebenen an dem Checkpoint, an dem sie die Konfliktzone verlassen. Die Mitarbeiter behandeln jeden Tag ungefähr 200 Schwerverletzte direkt vor Ort. Durchschnittlich zehntausend Menschen überqueren täglich diesen Checkpoint. Etwa 30 Prozent werden in das Krankenhaus in Vavuniya gebracht. Die Verbleibenden gehen in die Vertriebenenlager, in denen sie von Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums versorgt werden.
„Es ist sehr schwierig, die Patienten auszuwählen. Wir müssen uns aber auf die Schwerverletzten konzentrieren und können nicht alle leicht verwundeten Patienten behandeln”, sagte Coppens.
„Derzeit sind 1.900 Patienten im Krankenhaus in Vavuniya untergebracht, obwohl es nur 450 Betten hat. Viele von ihnen liegen auf Matratzen am Boden und in den Gängen. In den vergangen zwei Wochen hat die Zahl der neuen Patienten kontinuierlich abgenommen, doch das war nur die Ruhe vor dem Sturm. Die medizinischen und humanitären Bedürfnisse sind immens”, sagte Coppens.
Ärzte ohne Grenzen versorgt die Vertriebenen in dem Lager Manik Farm außerhalb von Vavuniya mit Zusatznahrung. 23.000 Menschen sind dort in nur vier Tagen angekommen, und es werden noch viele mehr erwartet.
Außerdem errichtet Ärzte ohne Grenzen im Lager Manik Farm ein Notfallkrankenhaus mit 100 Betten und unterstützt das staatliche Krankenhaus in Pampaimadu, das ungefähr zehn Kilometer nordöstlich von Vavuniya liegt.
| Sri Lanka | |
|---|---|
| Fläche: | 65 525 km² |
| Einwohner: | 20,047 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,5/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 12/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 72 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 77 J. |