In den Lagern in Vavuniya leben zwei oder drei Familien in einem Zelt oder teilen sich Räume in öffentlichen Gebäuden. Die Lager sind überfüllt: Es kommt vor, dass 600 Menschen auf der Fläche eines Basketballfeldes leben. Die Lager sind mit Stacheldraht umzäunt, und die Bewohner dürfen sie nicht verlassen oder mit denen anderer Lagern sprechen. Sie dürfen keine Besucher empfangen, und es kommt häufig vor, dass Familien auf verschiedene Lager verteilt und der Vater in einem, die Mutter in einem anderen sind.
In den Lagern gibt es keine Möglichkeit selber zu kochen. Die Bewohner sind auf die Gemeindeküchen angewiesen, in denen sie Essen bekommen. Wenn jemand krank wird, geht er zum staatlichen Gesundheitsdienst des jeweiligen Lagers und wird von dort, wenn nötig, in ein Krankenhaus überwiesen.
Ärzte ohne Grenzen betreibt in den Lagern ein Ernährungsprogramm für Kinder unter fünf Jahren, für Schwangere und stillende Mütter. Jeden Tag verteilen Mitarbeiter in 10 der 13 Lager Ergänzungsnahrung.
Einige leben schon seit Monaten in den Lagern. Viele sind auf der Suche nach einem sicheren Ort in Vanni selbst fünf oder sechs Mal umgezogen, bevor sie die Region verlassen konnten. In den Lagern gibt es keine Arbeit oder Schulen. Die Menschen haben nichts zu tun, sie können nur warten. Ihre Eigenständigkeit haben sie komplett verloren. Ihr Leben ist stehen geblieben. Stattdessen leben sie in ständiger Angst um die Sicherheit ihrer Angehörigen.
Ärzte ohne Grenzen plant, die Menschen in den Lagern psychologisch zu unterstützten. Über ein solches Programm wird derzeit mit den Behörden gesprochen.
| Sri Lanka | |
|---|---|
| Fläche: | 65 525 km² |
| Einwohner: | 20,047 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,5/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 12/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 72 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 77 J. |