Papua-Neuguinea
Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick
Soziale Gewalt ist in Papua-Neuginea weit verbreitet. Ärzte ohne Grenzen bietet daher medizinische und psychosoziale Hilfe für Überlebende von sexueller und häuslicher Gewalt an.
Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)
- Die Ursachen für die Gewalt sind mannigfach und schließen Armut, Verstädterung und Arbeitslosigkeit sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch ein. Die staatlichen Behörden sind nicht in der Lage, eine angemessene Gesundheitsversorgung zu leisten. In Papua-Neuguineas zweitgrößter Stadt Lae betreut Ärzte ohne Grenzen ein Familienunterstützungszentrum im Memorial-Krankenhaus. Dieses Zentrum bietet denjenigen eine sichere Unterkunft, die vor sexueller oder häuslicher Gewalt fliehen. Die Patienten erhalten kostenlose medizinische, soziale und psychologische Hilfe. Etwa 200 neue Patienten werden monatlich behandelt. In der ländlich gelegenen Stadt Tari, in der Provinz Southern Highlands, bietet Ärzte ohne Grenzen chirurgische Hilfe im Krankenhaus an und arbeitet in einem Familienunterstützungszentrum. Im Jahr 2010 führten die Teams in Lae und Tari mehr als 13.000 allgemeinmedizinische Sprechstunden durch und boten rund 5.400 Menschen psychologische Hilfe an.
- Im Dezember 2010 veröffentlichte Ärzte ohne Grenzen einen Bericht über die Erfahrungen mit medizinischer und psychologischer Unterstützung in Papua-Neuguinea. Die Organisation macht darin einige konkrete Empfehlungen, die von nationalen Behörden, der Zivilgesellschaft und internationalen Gebern umgesetzt werden sollten. Diese betreffen vor allem die Einrichtung und den Betrieb von Familienunterstützungszentren.
- Der Nothilfeeinsatz von Ärzte ohne Grenzen nach dem Cholera-Ausbruch in der nördlichen Provinz Ost-Sepik endete Mitte Mai 2010. Die Teams hatten zuvor zwölf Behandlungseinheiten, zwei Behandlungszentren und 22 orale Rehydrationsposten eingerichtet sowie mehr als 1.000 Gesundheitsarbeiter fortgebildet - vor allem im klinischen Management und in der Infektionskontrolle. Bei einem weiteren Ausbruch im Fly-River-Gebiet im November 2010 stellte Ärzte ohne Grenzen eigenes Personal und Material zur Verfügung und bot Training an. Insgesamt behandelten die Teams im Jahr 2010 rund 580 Cholera-Patienten.
- Cholera
- Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
Ärzte ohne Grenzen ist seit 2009 in Papua-Neuguinea aktiv.
31. Mai 2011
Fotos: Helen Pantenburg