Pakistan

Ärzte ohne Grenzen eröffnet Einrichtung in Karatschi

Zusammen mit dem Sina Health, Education und Welfare Trust, kurz SINA, eröffnete Ärzte ohne Grenzen in Machar Colony, einem Gebiet am Rand der Hafenstadt Karatschi, eine neue medizinische Einrichtung. Das Gesundheitszentrum bietet wichtige Basisgesundheitsversorgung ebenso wie eine 24-Stunden-Notfallversorgung und Geburtshilfe.

Machar Colony ist ein extrem dicht besiedeltes Gebiet am Rande des Fischereihafens von Karatschi. In den letzten 30 Jahren ist die Bevölkerungszahl hier enorm gestiegen. Die Bevölkerungsdichte, schlechte sanitäre Bedingungen und die Umweltverschmutzung erhöhen die Anfälligkeit der Bewohnerinnen und Bewohner der Machar Colony für Krankheiten wie Diarrhöe oder Atemwegserkrankungen. Eine erschwingliche medizinische Behandlung für die aus diesen Lebensbedingungen resultierenden, aber eigentlich vermeidbaren Krankheiten fehlt.

Das Gesundheitszentrum öffnete zum ersten Mal Mitte Oktober 2012 seine Pforten, im ersten Monat wurden täglich mehr als 100 Untersuchungen durchgeführt. Medikamente und medizinische Versorgung sind kostenlos. "In Machar Colony gibt es viele Gemeinden und verschiedene ethnische Gruppen. Unsere Klinik ist offen für alle, die medizinische Hilfe benötigen", sagt Dr. Declan Barry von Ärzte ohne Grenzen.

Atemwegserkrankungen
allgemeiner Ausdruck für ein großes Spektrum von Erkrankungen, die die Atemwege (Hals, Nasennebenhöhlen, Bronchien, Lunge) betreffen.
Gesundheitszentrum
Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen unter anderem in Flüchtlingslagern: Einrichtung, in der Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst- und Grundversorgung erhalten. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet.

 

Medizinische Versorung in vielen Provinzen

Von 2010 bis 2011 half Ärzte ohne Grenzen den vertriebenen Menschen, die nach dem verheerenden Hochwasser in der Provinz Sindh nach Karatschi fliehen mussten. Seit 1986 unterstützt die Organisation in Pakistan die lokale Bevölkerung und afghanische Flüchtlinge, die Opfer von bewaffneten Konflikten und Naturkatastrophen wurden oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Die Teams leisten derzeit kostenlose medizinische Versorgung in Belutschistan, Khyber Pakhtunkhwa, Kurram Agency (FATA) und den Sindh-Provinzen.

Ärzte ohne Grenzen nimmt für die Arbeit in Pakistan nur private Spenden von Privatpersonen an und akzeptiert weder Regierungsgelder noch Zuwendungen von institutionellen Gebern, militärischen oder politischen Gruppierungen.

 

27. Dezember 2012




Länderinformationen

Pakistan
Pakistan
Fläche:796 095 km²
Einwohner:166,037 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,7/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
79/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):64 J.
Lebenserwartung (Frauen):65 J.
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