Pakistan

Ärzte ohne Grenzen hilft Opfern der Fluten in Sindh

Im Süden Pakistans führen verheerende Monsunregen und Fluten dazu, dass zehntausende Menschen der Provinz Sindh vertrieben werden und Hilfe benötigen. In den kommenden Tagen wird ein Team von Ärzte ohne Grenzen in Vertriebenenlagern des Distrikts Badin sowie in Tando Bago, Dadah und Chabralo mobile Kliniken durchführen.

Im Distrikt Badin haben die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen Erkundungen durchgeführt: "Wir haben teilweise überflutete Straßen gesehen, an den Straßenrändern ziehen sich mit Plastikplanen aufgeschlagene Notbehausungen entlang, in denen Vertriebene Schutz suchen. Latrinen gab es nirgends", erzählt der Nothilfekoordinator Dr. Erwin Lloyd Guillergan. "Unter solch schlechten hygienischen Bedingungen sind die Menschen vor allem anfällig für Atemwegerkrankungen und Krankheiten, die beim Kontakt mit Wasser übertragen werden können."

Latrine
Plumpsklo

 

Teams werden verstärkt

In den Vertriebenenlagern gibt es Bedarf an medizinischer Hilfe. Akute wässrige Durchfälle, Malariaverdacht, Hauterkrankungen und Atemwegerkrankungen sind weit verbreitet und bei einigen Kindern besteht der Verdacht auf Mangelernährung. In den Lagern, die Ärzte ohne Grenzen besuchte, gab es oft weder Trinkwasser noch Toiletten oder beides stand nur begrenzt zur Verfügung.

Ärzte ohne Grenzen wird in Tando Bago, Shahid Fazul Rahu und anderen Orten weitere Erkundungen zum Hilfsbedarf vornehmen. In den nächsten Tagen werden weitere Mitarbeiter ankommen, die die Teams verstärken.

Auch die bestehenden Teams im Rest des Landes bereiten sich darauf vor, auf die Fluten zu reagieren.

Malaria
Häufigste Tropenkrankheit, die durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich rund 225 Millionen Menschen an Malaria, annähernd eine Million Menschen sterben daran. Ärzte ohne Grenzen hat 2010 begonnen, bei schweren Erkrankungen die intravenöse Behandlung auf das neue Medikament Artesunat umzustellen und setzt sich für die weltweite Anwendung dieser Behandlung ein.
Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 

21. September 2011

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1986 in den pakistanischen Gemeinden und mit afghanischen Flüchtlingen, die von bewaffneten Konflikten oder Naturkatastrophen betroffen sind oder keinen Zugang zu einer medizinischen Versorgung haben. Die Teams bieten den Menschen in Kurram Agency, Hangu und Peshawar, in Lower Dir, Malakand und den Bezirken Swat der Provinz Khyber Pakhtunkhwa sowie in den Provinzen Baluchistan und Sindh kostenlose medizinische Hilfe.Die Programme von Ärzte ohne Grenzen in Pakistan werden ausschließlich über private Spenden ermöglicht - die Organisation verwendet dafür keinerlei Regierungszuwendungen.



Länderinformationen

Pakistan
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Fläche:796 095 km²
Einwohner:166,037 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,7/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
79/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):64 J.
Lebenserwartung (Frauen):65 J.
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