"Wir haben die Explosion nicht nur gehört, sondern auch gefühlt", sagt der Arzt Aleksander Sloboda, der für Ärzte ohne Grenzen in der Notaufnahme arbeitet. "Es war hier draußen vor dem Krankenhaus, und innerhalb weniger Minuten kamen die ganzen Verletzten zu uns."
"Wenn ein solcher Notfall eintritt, kommt es darauf an, dass ausreichend Medikamente und medizinisches Material sowie genügend medizinisches Personal zur Verfügung stehen", so Aleksander Sloboda weiter.
Die Teams von Ärzte ohne Grenzen und dem Gesundheitsministerium behandeln in der Notaufnahme des Krankenhauses in Timurgara zusammen rund 1.100 Patienten pro Woche. Ärzte ohne Grenzen hat im Krankenhaus außerdem einen neuen OP, eine Abteilung für operative Nachsorge und ein Managementsystem für die Sterilisierung und Entsorgung von medizinischem Gerät eingerichtet.
Seit 1998 stellt Ärzte ohne Grenzen eine kostenfreie medizinische Versorgung für die pakistanische Bevölkerung und afghanische Flüchtlinge in der nordwestlich Grenzprovinz (NWFP), den föderal verwalteten Stammesgebieten (FATA), Belutschistan und Kaschmir zur Verfügung. Diese sind von den Folgen des bewaffneten Konflikts, einem schlechten Zugang zur Gesundheitsversorgung und von Naturkatastrophen betroffen. Ärzte ohne Grenzen akzeptiert für die Projekte in Pakistan keine Spenden von Regierungen und Geberinstitutionen. Die Projekte werden ausschließlich durch private Spenden finanziert.
| Pakistan | |
|---|---|
| Fläche: | 796 095 km² |
| Einwohner: | 166,037 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,7/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 79/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 64 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 65 J. |