Bisher im Umland von Sadda lebende Menschen haben vor den Kämpfen Zuflucht in der Stadt gesucht. Doch nun sind sie auch dort unter Beschuss gekommen. In die Notaufnahme des Krankenhauses in Sadda kamen bislang mehr als 100 Verletzte. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen halten weiterhin Medikamente und Materialien zur Behandlung bereit, mussten wegen der prekären Sicherheitslage aber verkleinert werden.
Ärzte ohne Grenzen versorgt Schutzsuchende in Sadda und in einem drei Kilometer südlich gelegenen Flüchtlingscamp in Durrani. In Sadda leben rund 360 Vertriebene in acht öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Krankenhausunterkünften, andere leben unter freiem Himmel. In Durrani haben mehr als 850 Menschen in provisorischen Zelten und einfachsten Lehmhütten Unterschlupf gefunden.
In Kurram, einem abgelegenen Gebiet an der Grenze zu Afghanistan, erleben die Menschen derzeit die kältesten Monate des Jahres. Gleichzeitig fehlen ihnen die grundlegendsten Dinge wie Nahrungsmittel und Treibstoff. Ärzte ohne Grenzen hat Decken und Nahrungsmittel wie angereicherte Milch und proteinhaltige Kekse an die bedürftigen Familien ausgegeben.
Die Gewalt zwischen schiitischen und sunnitischen Glaubensanhängern in Kurram begann vor einigen Wochen. Derzeit laufen lokale Friedensgespräche, um den Kämpfen ein Ende zu setzen.
Ärzte ohne Grenzen ist seit 2000 in Pakistan tätig. Derzeit arbeiten die Teams in den Provinzen North West Frontier und Balutschistan. In Sadda und Alizai ist Ärzte ohne Grenzen die einzige internationale medizinische Organisation.
| Pakistan | |
|---|---|
| Fläche: | 796 095 km² |
| Einwohner: | 166,037 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,7/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 79/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 64 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 65 J. |