Pakistan 2009: Die deutsche Ärztin Karine Moritz untersucht in Mardan einen kleinen Patienten. © Jordi Bieber
 
Pakistan 2009: Die deutsche Ärztin Karine Moritz untersucht in Mardan einen kleinen Patienten.


Pakistan

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick (Auszug)

  • In den Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (FATA) und in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa leisteten die Teams von Ärzte ohne Grenzen vor den Überschwemmungen medizinische Nothilfe für jene Menschen, die von den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Oppositionsgruppen betroffen waren. In der südlich gelegenen Provinz Belutschistan versorgten sie afghanische Flüchtlinge und pakistanische Vertriebene medizinisch und betreuten ein Mutter-Kind- sowie ein Ernährungsprojekt.
  • Als die ungewöhnlich starken monsunartigen Regenfälle einsetzten, wurden Brücken, Straßen, Dörfer und die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstört. In der Folge waren Nahrungsmittel und sauberes Wasser knapp, und das Krankheits- und Seuchenrisiko stieg enorm an.  Auf dem Höhepunkt des Hilfseinsatzes unterstützten mehr als 1.600 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen fünf Krankenhäuser, sieben mobile Kliniken und sechs Durchfallbehandlungszentren. Die Teams behandelten mehr als 100.000 Patienten und verteilten Zelte, Hygienepakete- und Kochutensilien. Außerdem stellten sie bis zu 2,1 Millionen Liter sauberes Trinkwasser jeden Tag zur Verfügung.
  • In den Regionen im Norden des Landes gingen die Kämpfe trotz der Überschwemmungen weiter. Mehr als eine Million Menschen war von der medizinische Nothilfe von Ärzte ohne Grenzen abhängig.  In der Provinz Khyber Pakhtunkhwa arbeiteten die Teams in der Notfall- und Chirurgieabteilung des Dargai-Krankenhauses im Distrikt Malakand. Sie betreuten dort monatlich etwa 130 Patienten. Im Mai 2010 kehrte ein Team ins Swat-Tal zurück, aus dem sich Ärzte ohne Grenzen aufgrund von Sicherheitsvorfällen im Jahr zuvor zurückgezogen hatte. Die Mitarbeiter versorgten dort rund 6.000 Patienten pro Monat. In Timurgara, im Distrikt Lower Dir, wurden monatlich etwa 4.200 Patienten behandelt. Zudem eröffneten die Teams ein neues Hilfsprojekt für Nothilfe und Notchirurgie im Distrikt Hangu, in der Nähe der Stammesgebiete, wo sie monatlich 1.300 Patienten betreuten. In der Stadt Chaman, an der Grenze zu Afghanistan, unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Notfallstation des Distrikt-Krankenhauses.
  • Gynäkologische Nothilfe ist nur in den städtischen Gebieten Pakistans verfügbar. Ärzte ohne Grenzen stellte daher gynäkologische und neonatale Nothilfe in den Krankenhäusern in Dargai, Timurgara, Hangu, Kuchlak, Chaman und Dera Murad Jamali zur Verfügung. Die Teams waren für Geburten zuständig und konnten in einigen Hospitälern auch Kaiserschnitte durchführen. Im Jahr 2010 brachten mehr als 7.100 Frauen in einer Klinik von Ärzte ohne Grenzen ihr Kind zur Welt, 481 davon mit Kaiserschnitt.
  • In Quetta, der Hauptstadt von Belutschistan, sowie in Kurram Agency in den FATA-Gebieten leiden viele Menschen unter Haut-Leishmaniose, einer parasitären Erkrankung, die durch Sandfliegen übertragen wird. Sie verursacht geschwürartige Verletzungen und kann zu schwerwiegenden Entstellungen führen. 2010 behandelte Ärzte ohne Grenzen mehr als 400 Patienten.
Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 

Ärzte ohne Grenzen ist seit dem Jahr 2000 in Pakistan tätig.

 

31. Mai 2011

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Fotos: Jordi Bieber



Länderinformationen

Pakistan
Pakistan
Fläche:796 095 km²
Einwohner:166,037 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,7/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
79/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):64 J.
Lebenserwartung (Frauen):65 J.
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