Jemen
Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick
Die Gesundheitsbehörden waren alles in allem in der Lage, die steigende Anzahl von Patienten zu versorgen. Ärzte ohne Grenzen unterstützte dabei das medizinische Personal, lieferte fehlende Medikamente und bot von Fall zu Fall Hilfe an.
Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)
- Ab Mai 2011 eskalierten die Kämpfe zwischen den oppositionellen islamisch-militanten Gruppen und den Regierungskräften in der südlichen Provinz Abyan. Ärzte ohne Grenzen lieferte Medikamente und leistete Nothilfe für etwa 2.000 Patienten an einem Gesundheitsposten in Jaar. Rund 200 Kranke wurden an ein privates Krankenhaus in der Stadt Aden weitergeleitet. Im Krankenhaus Ad-Dali, nordwestlich von Aden, unterstützten die Teams die Notaufnahme und führten etwa 4.400 Konsultationen durch. 120 Patienten wurden in Kliniken nach Aden überwiesen.
In der Provinz Lahj setzte Ärzte ohne Grenzen die Arbeit im Bezirkskrankenhaus in Radfan fort, die im Juli 2010 begonnen hatte. Hier wurden 9.500 Kranke in der Notaufnahme behandelt und mehr als 1.160 Patienten operiert. Die Teams unterstützten auch die Apotheke und das Labor.
Etwa 100.000 Menschen wurden im Süden durch die Gewalt vertrieben. Einige fanden bei Einheimischen in der Stadt Al-Hosn Zuflucht. Dort unterstützten die Teams eine Klinik. Die meisten aber flohen in Richtung Aden. In der zweiten Jahreshälfte führten die Teams dort in drei Kliniken ambulante Untersuchungen durch, lieferten Medikamente und trainierten das Personal.
In der Hauptstadt Sanaa wurden öffentliche und private Gesundheitseinrichtungen mit Arzneimitteln und Material versorgt und Trainings zur Erstversorgung bei einem Massenansturm von Verletzten durchgeführt . Die Teams organisierten zudem einen Krankentransport-Service und führten zwei Monate lang in einer privaten Klinik chirurgische Eingriffe durch.
- Trotz des Waffenstillstandsabkommens von 2010 hielt der Konflikt in der nördlichen Region Saada an. Die Arbeitsbedingungen für Hilfsorganisationen wurden dort von den Behörden erschwert. Ärzte ohne Grenzen entschied daher, die Aktivitäten zu verringern. Ab September stellten die Teams ihre Arbeit in den Krankenhäusern von Al Talh und Razeh sowie in fünf Gesundheitszentren ein.
Die Einrichtungen in Al Talh und Razeh sind die einzigen, die außerhalb der Stadt Saada fachärztliche Versorgung anbieten. Die Teams in Al Talh gaben 48.000 ambulante Sprechstunden, führten fast 460 chirurgische Eingriffe durch und nahmen 1.900 Patienten in den ersten neun Monaten stationär auf. Im März und April unterstützten die Teams zudem das Krankenhaus Al Jamouri in der Stadt Saada.
- Auch in der benachbarten Provinz Amran hielt die Gewalt an. Ärzte ohne Grenzen arbeitete in den Krankenhäusern in Khameer und Huth. Die Teams führten mehr als 40.000 Konsultationen durch, behandelten rund 1.250 akut schwer mangelernährte Kinder und halfen bei 500 Geburten. Aufgrund der zunehmenden Unsicherheit konnten die chirurgischen Teams nur drei Monate lang arbeiten, führten aber in dieser Zeit etwa 325 Operationen durch.
- Viele Jemeniten, die vor der Gewalt in Saada flohen, suchten weiter südlich in Al Mazraq Schutz, Provinz Hadscha. In den Vertriebenenlagern der Umgebung leistete Ärzte ohne Grenzen basismedizinische Hilfe. Im einzigen Krankenhaus der Stadt führten die Teams mehr als 30.000 ambulante Untersuchungen durch, behandelten 4.200 Patienten in der Notaufnahme, unterstützten 3.900 Frauen mit medizinischer Hilfe und betreuten 2.700 schwer mangelernährte Kinder.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2007 in Jemen.
01. Mai 2012
Fotos: Ärzte ohne Grenzen