Tausende Menschen fliehen vor den Kämpfen in den Norden des Regierungsbezirkes Sadaa sowie in Richtung der Regierungsbezirke Hajja, Amran und Al-Jawf. Die Teams haben in den Dörfern Baquim und Yesnem im Norden von Sadaa die Bedürfnisse untersucht und leisten dort jetzt medizinische Hilfe für die nahezu 30.000 vertriebenen Menschen, die dort Zuflucht gesucht haben.
Die Beschaffung von medizinischem Material ist ebenfalls ungewiss und es gibt Befürchtungen, dass die Reserven in den abgelegenen Gesundheitszentren ausgehen. Ärzte ohne Grenzen hat auf Anforderung der beiden Konfliktparteien etwa zehn Boxen mit medizinischem und chirurgischem Material an lokale Gesundheitseinrichtungen geliefert.
Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen arbeiten trotz der heiklen Sicherheitslage weiterhin in Zusammenarbeit mit dem jemenitischen Gesundheitsministerium in den Kliniken in den ländlichen Städten Razeh und Al-Talh. Die Mitarbeiter in Al-Thal haben seit dem 11. August 63 Notfälle behandelt. Bei 33 dieser Patienten wurde ein chirurgischer Eingriff vorgenommen.
Ärzte ohne Grenzen hat zwischen Januar und Juli 2009 im Regierungsbezirk Sadaa etwa 30.000 Behandlungen durchgeführt, darunter waren 8.000 Notfälle und mehr als 1.400 Patienten wurde stationär behandelt. Die Mitarbeiter haben mehr als 700 chirurgische Eingriffe durchgeführt.
| Jemen | |
|---|---|
| Fläche: | 536 869 km² |
| Einwohner: | 23,053 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,3/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 76/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 60 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 63 J. |