Indonesien 2007: Mit einer mobilen Klinik versorgen die Teams von Ärzte ohne Grenzen Flutopfer in Jakarta. © Katrin Friedrich
 
Indonesien 2007: Mit einer mobilen Klinik versorgen die Teams von Ärzte ohne Grenzen Flutopfer in Jakarta.


Indonesien

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Ärzte ohne Grenzen begann im Oktober 1995, in Indonesien zu arbeiten. Damals leisteten die Teams Nothilfe für die Opfer eines verheerenden Erdbebens in Kerinci auf der Insel Sumatra. Seitdem reagierten die Mitarbeiter auf verschiedene Naturkatastrophen und Epidemien. Im März 2009 zog sich Ärzte ohne Grenzen aus Indonesien zurück, da die Regierung ihre Kapazitäten im Umgang mit Naturkatastrophen erhöht hat.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Vor dem Rückzug aus Indonesien hatte Ärzte ohne Grenzen in verschiedenen Regionen des Landes gearbeitet. Dazu gehörten auch frühere Konfliktzonen wie Aceh oder Ambon. Die Mitarbeiter behandelten Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids. Außerdem unterstützten sie die allgemeinmedizinische Versorgung sowie die Chirurgie und führten Impfkampagnen, Sanitärprogramme oder Fortbildungen für einheimisches Personal durch.
  • Nach dem Tsunami im Jahr 2004 renovierte Ärzte ohne Grenzen 28 Gesundheitseinrichtungen. Die Mitarbeiter hielten mehr als 40.000 medizinische Konsultationen ab und etwa 2.000 psychologische Einzelberatungen.
  • Im Jahr 2008 wurde deutlich, dass die indonesische Regierung ihre Kapazitäten deutlich erhöht hatte, um auf Naturkatastrophen reagieren zu können. Zudem waren die meisten internen Konflikte gelöst oder hatten nachgelassen, so dass viele Vertriebene sich wieder ansiedeln konnten. Daher übergab Ärzte ohne Grenzen die Projekte an die einheimischen Behörden und Partnerorganisationen. Dieser Prozess wurde im März 2009 beendet.
  • Als am 30. September ein heftiges Erdbeben die indonesische Insel Sumatra erschütterte, starben mehr als 1.000 Menschen. Ärzte ohne Grenzen kehrte kurzfristig zurück, um Nothilfe für die Überlebenden zu leisten. Die Teams fuhren mit mobilen Kliniken in einige der am meisten vernachlässigten Gebiete und boten zudem psychologische und sanitäre Unterstützung an. Sie verteilten wichtige Hilfsgüter wie Hygieneartikel, Küchenutensilien, Decken, Matten und Plastikplanen an 1.600 Familien.
Aids
acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
Malaria
Häufigste Tropenkrankheit, die durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich rund 225 Millionen Menschen an Malaria, annähernd eine Million Menschen sterben daran. Ärzte ohne Grenzen hat 2010 begonnen, bei schweren Erkrankungen die intravenöse Behandlung auf das neue Medikament Artesunat umzustellen und setzt sich für die weltweite Anwendung dieser Behandlung ein.
Tuberkulose
Etwa neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose (TB). Viele von ihnen sind HIV-Infizierte mit schwachem Immunsystem (sog. Koinfektion). Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwendig. Ärzte ohne Grenzen nutzt ab 2011 ein neues Diagnose-Gerät, das die Krankheit schneller und sicherer diagnostiziert sowie eine Form der multimedikamentenresistenten-TB erkennt. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die wichtigsten Medikamente resistent und die Patienten müssen zwei Jahre lang täglich Medikamente mit starken Nebenwirkungen einnehmen.
Impfkampagne
Besteht die Gefahr einer Epidemie, beispielsweise durch Masern oder Meningitis, wird die Bevölkerung in dem betroffenen Gebiet geimpft, um eine Ansteckung mit der Krankheit zu verhindern. Jeder Geimpfte wird registriert und erhält einen Impfpass. Oft werden bei einer Kampagne mehrere Zehntausend Menschen erreicht.

 

Ärzte ohne Grenzen war seit 1995 in Indonesien präsent.

 

April 2010
Fotos: Katrin Friedrich



Länderinformationen

Indonesien
Indonesien
Fläche:1 922 570 km²
Einwohner:228,249 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,1/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
28/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):66 J.
Lebenserwartung (Frauen):70 J.
Jetzt online spenden! Spendenkonto 97 0 97 - Bank für Sozialwirtschaft - BLZ 370 205 00 Servicetelefon für Spender - Mo-Fr. 8:00 - 18:00 Uhr - 030 - 700 130 130