"Die Gebäude sind nicht komplett zerstört, aber sie weisen so viele Risse auf, dass ich denke, alle Krankenhäuser und Kliniken, die wir gesehen haben, werden abgerissen und völlig neu wieder aufgebaut werden müssen", sagt Christian Ferrier, Koordinator des HIV-Projekts von Ärzte ohne Grenzen in Nanning im Süden Chinas.
Als das Team drei Tage nach dem Beben in Jiegu ankam, war ein groß angelegter Rettungseinsatz bereits im Gange."Die Reaktion erfolgte sofort, und viele Helfer kamen an. Ähnlich wie beim Erdbeben in Sichuan 2008 schickten viele chinesische Provinzen freiwillig und spontan medizinische Teams, Material, Medikamente und Nahrungsmittel", so Christian Ferrier.
Obwohl Nahrungsmittel und Unterkünfte für die Überlebenden derzeit kein Problem darstellen, gibt es im gesundheitlichen Bereich großen Bedarf. "Hygieneprobleme müssen berücksichtigt werden. In diesen großen Vertriebenenlagern gibt es kaum Abfallbeseitigung, und man braucht unbedingt mehr Latrinen. Im Moment gibt es noch keine ernsten Infektionen oder Durchfall, aber in den kommenden Wochen könnten solche Krankheiten auftreten. Das muss dringend angegangen werden", sagt der Chirurg Daiki Murakami, medizinischer Leiter des Erkundungsteams.
Ärzte ohne Grenzen wird in den kommenden Wochen mit den Behörden, dem chinesischen Roten Kreuz und weiteren Akteuren in Kontakt bleiben, um einen Vorschlag auszuarbeiten, wie bei der Bewältigung der Folgen des verheerenden Bebens geholfen werden kann.
| China (Volksrepublik) | |
|---|---|
| Fläche: | 9 572 900 km² |
| Einwohner: | 1325,640 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 1,5/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 23/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 70 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 74 J. |