Bangladesch

Nach dem Zyklon Sidr leistete Ärzte ohne Grenzen Nothilfe - Ein Rückblick

40 Tage lang haben Teams von Ärzte ohne Grenzen die vom Zyklon Sidr betroffene Bevölkerung in Bangladesch unterstützt. Der Wirbelsturm hatte am 16. November 2007 den Süden des Landes heimgesucht. Jetzt konnte die Nothilfearbeit beendet werden, da mittlerweile mehr Hilfsorganisationen vor Ort sind und sich die Gesundheitslage entspannt hat.

 © Veronique Terrasse

Vom 20. November bis 5. Dezember 2007 führten Teams von Ärzte ohne Grenzen Erkundungen in den am stärksten vom Sturm betroffenen Bezirken an der Küste durch: Bagerhat, Bhola, Patuakhali, Barguna und Pirojpur. Anschließend kümmerten sie sich in diesen Gebieten um eine bessere Wasserversorgung und unterstützten die Menschen im Distrikt Pirojpur mit mobilen medizinischen Klinken und im Distrikt Patuakhali mit Hilfsgütern.

Allein im Dezember wurden in vier mobilen Kliniken 7.000 Patienten behandelt, darunter 75 Prozent Kinder unter fünf Jahren. Die Behandelten litten wegen des schwierigen Zugangs zu Trinkwasser vor allem an Durchfällen. Außerdem hatten sie Haut- und wegen der niedrigen Temperaturen Erkältungskrankheiten. Einige Patienten mussten in das Matbahia Krankenhaus im Bezirk Pirojpur überwiesen werden. Neben einer medizinischen Versorgung erhielten 5.500 Kinder auch Decken und Seife. Wasserreinigungstabletten wurden ebenfalls verteilt.

Im Bezirk Patuakhali wurden 4.000 Hilfskits mit Decken, Behältern, Kleidern und Küchenutensilien ausgegeben. Wie im Bezirk Pirojpur wurden auch hier Sanitäreinrichtungen repariert oder neu gebaut.

Inzwischen erreicht die Hilfe den Großteil der betroffen Bevölkerung - auch in abgelegenen Gebieten. Zahlreiche Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen kümmern sich um die mittelfristige Unterstützung der Menschen. Die Gesundheitslage hat sich stabilisiert, und es gibt keine Epidemien. Ärzte ohne Grenzen hat das Nothilfeprogramm daher beendet. Vom Büro der Organisation in Dhaka aus wird die Situation im Land aber weiter beobachtet.

Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 

 

8. Januar 2008

Fotos: Veronique Terrasse



Länderinformationen

Bangladesch
Bangladesch
Fläche:147 570 km²
Einwohner:160,0 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,3/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
54/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):63 J.
Lebenserwartung (Frauen):65 J.
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