Honduras 2007: Spiele und Kreativität gehören zum psycho-sozialen Programm im therapeutischen Tageszentrum von Ärzte ohne Grenzen. Damit soll jungen Leuten geholfen werden, die auf der Straße leben. © Marion Jaros
 
Honduras 2007: Spiele und Kreativität gehören zum psycho-sozialen Programm im therapeutischen Tageszentrum von Ärzte ohne Grenzen. Damit soll jungen Leuten geholfen werden, die auf der Straße leben.


Honduras

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Honduras hat die höchste Mordrate in Zentralamerika. Insbesondere Obdachlose in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa sind von Gewalt bedroht. Einer Studie von Ärzte ohne Grenzen zufolge, die im Jahr 2010 durchgeführt wurde, erlitten fast 59 Prozent der Obdachlosen unter 18 Jahren physische Gewalt. 45 Prozent wurden Opfer sexueller Gewalt.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Obdachlose, die auf der Straße leben, haben einen besonderen Bedarf an medizinischer und psychologischer Hilfe. Häufig lehnen jedoch städtische Gesundheitszentren die Behandlung von Obdachlosen ab, weil sie als Sicherheitsrisiko angesehen werden. Von 2005 bis 2010 betreute Ärzte ohne Grenzen daher eine Klinik, die auf der Straße lebende Obdachlose unter 24 Jahren medizinisch betreute. Die Mitarbeiter unterstützten rund 460 junge Leute im Verlauf der fünf Jahre und boten ihnen medizinische und soziale Hilfe an. Zu den häufigsten Krankheiten gehörten Atemwegsinfektionen, Hauterkrankungen und Verletzungen, die auf Gewalt zurückzuführen waren. In der Klinik konnten sich die jungen Leute auch waschen und essen sowie sich von den Folgen ihres Drogenmissbrauchs erholen. Die Patienten erhielten zudem psychologische Hilfe. Dies half einigen, wieder eine Arbeit und einen Ort zum Leben zu finden./li>
  • Im Jahr 2010 evaluierte Ärzte ohne Grenzen das Projekt und kam zu dem Schluss, dass ein anderer Ansatz der Zielgruppe besser helfen würde. Die Klinik wurde daher Ende August geschlossen. Das neue Projekt wird Obdachlose jeden Alters in einem größeren Einzugsbereich unterstützen. Außerdem werden die Mitarbeiter künftig die Zielgruppe aktiv in den ärmsten Stadtvierteln aufsuchen, anstatt in der Klinik auf sie zu warten. Mit diesem Ansatz hofft Ärzte ohne Grenzen, mehr Menschen zu erreichen und besser auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können.
  • Mitte 2010 führte ein alarmierender Anstieg von Dengue-Fieber dazu, dass Ärzte ohne Grenzen die lokalen Gesundheitsbehörden in der Hauptstadt unterstützte. Dort traten die meisten Fälle auf. Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die von Mücken übertragen wird. Die Symptome ähneln einer Erkältung. Die schwerste Form, hämorrhagisches Dengue-Fieber, verursacht Blutungen und kann zum Schock und Tod führen. Zwischen August und September leisteten die Teams medizinische Hilfe, Vektorkontrolle und Gesundheitsaufklärung. Im Krankenhaus von San Felipe richteten die Mitarbeiter eine Rettungsstelle für Kinder ein. 163 Kinder wurden hier behandelt. Mobile Teams identifizierten und eliminierten zudem Infektionsquellen in der Ansiedlung Manchen, die am Stadtrand von Tegucigalpa liegt. Die Mitarbeiter zogen von Haus zu Haus und klärten die Bewohner darüber auf, wie sie verhindern können, dass die Mücken sich vermehren und der Virus sich verbreitet. Außerdem desinfizierten sie rund 1.600 Haushalte und spendeten mehr als 400 Moskitonetze an Krankenhäuser.
Schock
fortschreitendes generalisiertes Kreislaufversagen
Virus
Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.
Dengue-Fieber
Durch Mücken übertragene Krankheit, die hauptsächlich in städtischen Ballungsgebieten Asiens und Lateinamerikas auftritt. Weltweit gibt es geschätzt mehr als 50 Millionen Fälle. Schwere Verlaufsformen können insbesondere bei Kindern tödlich verlaufen. Eine ursächliche Behandlung gegen das Dengue-Virus steht nicht zur Verfügung, nur die Symptome wie hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen können gelindert werden. Allein das Vermeiden von Mückenstichen bietet Schutz vor einer Erkrankung.

 

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1988 in Honduras.

 

31. Mai 2011
Fotos: Marion Jaros



Länderinformationen

Honduras
Honduras
Fläche:112 492 km²
Einwohner:7,242 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,6/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
31/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):67 J.
Lebenserwartung (Frauen):71 J.
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