Honduras 2007: Spiele und Kreativität gehören zum psycho-sozialen Programm im therapeutischen Tageszentrum von Ärzte ohne Grenzen. Damit soll jungen Leuten geholfen werden, die auf der Straße leben. © Marion Jaros
 
Honduras 2007: Spiele und Kreativität gehören zum psycho-sozialen Programm im therapeutischen Tageszentrum von Ärzte ohne Grenzen. Damit soll jungen Leuten geholfen werden, die auf der Straße leben.


Honduras

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

In der Hauptstadt Tegucigalpa gehören Jugendliche, die auf der Straße leben, zu den am meisten benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Sie sind oft das erste Ziel krimineller Gewalt und haben gleichzeitig wenig oder gar keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung. Sie haben in der Regel keinen Raum, der ihnen Sicherheit oder Ruhe bietet, und niemanden, der sie im Notfall medizinisch versorgt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 500 Obdachlose unter 24 Jahren ermordet.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Um dieser Bevölkerungsgruppe zu helfen, hat Ärzte ohne Grenzen ein therapeutisches Tageszentrum in Comayaguela, einem der ärmsten und am meisten von Gewalt zerrütteten Stadtteile von Tegucigalpa, eingerichtet. Dort erhalten die Straßenjugendlichen medizinische, psychologische und soziale Hilfe. Die Stunden, die sie im Zentrum verbringen, stellen mitunter die einzige Zeit dar, in der diese Jugendliche sicher vor Gewalt und nicht der Versuchung von Drogen ausgesetzt sind.
  • Das Zentrum wurde im Jahr 2005 eröffnet und hat sich zu einem fixen Anlaufpunkt für die Straßenjugendlichen der Hauptstadt entwickelt. Allein 2009 haben 220 junge Obdachlose das Zentrum regelmäßig besucht, das Team von Ärzte ohne Grenzen machte über 8.000 therapeutische Besuche, darunter 2.000 medizinische Behandlungen. Viele Jugendlichen leiden an Atemwegsinfektionen, Hautkrankheiten, Zahnproblemen, HIV/Aids sowie an durch Gewalt herbeigeführten Verletzungen.
  • Einige Patienten und Patientinnen haben so schwere Symptome, dass sie nicht im Tageszentrum behandelt werden können. Darunter sind vor allem Jugendliche mit Depressionen oder wiederholten psychotischen Episoden und Selbstmordversuchen. Auch schwere Entzugserscheinungen aufgrund von Drogensucht und Alkoholmissbrauch sind häufig. Im vergangen Jahr verwies Ärzte ohne Grenzen 37 Personen an nationale Einrichtungen.
  • 2009 richtete Ärzte ohne Grenzen ein neues Behandlungsmodell für alkohol- und drogenabhängige Patienten und Patientinnen ein. Die Jugendlichen werden mit ihrer Sucht konfrontiert - oft ein erster Schritt zur Genesung.
Aids
acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom

 

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1988 in Honduras aktiv.

 

April 2010
Fotos: Marion Jaros


Länderinformationen

Honduras
Honduras
Fläche:112 492 km²
Einwohner:7,242 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,6/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
31/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):67 J.
Lebenserwartung (Frauen):71 J.
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