Haiti

Zwei Jahre nach dem Erdbeben - Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen

Zwei Jahre nach dem Erdbeben

 

Am Tag nach dem Erdbeben, am 12. Januar 2010, startete Ärzte ohne Grenzen den bisher größten Einsatz seit Bestehen der Organisation. Innerhalb von zehn Monaten wurden 358.000 Menschen behandelt, 16.570 chirurgische Eingriffe vorgenommen sowie 15.100 Entbindungen durchgeführt. Im Kampf gegen die Cholera-Epidemie mobilisierte Ärzte ohne Grenzen noch einmal alle Kräfte. Auf dem Höhepunkt der Krise waren im ganzen Land verteilt 4.000 Mitarbeiter in mehr als 75 Gesundheitseinrichtungen im Einsatz. Etwa 170.000 Kranke wurden zwischen Oktober 2010 und November 2011 behandelt. Für den Fall einer erneuten Verschlimmerung der Epidemie hat Ärzte ohne Grenzen einen Notfallplan ausgearbeitet, um rasch und möglichst flächendeckend reagieren zu können. Immer noch ist der Bedarf an medizinischer Hilfe groß.
Cholera
Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.

 





Länderinformationen

Haiti
Haiti
Fläche:27 750 km²
Einwohner:9,780 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,2/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
84/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):52 J.
Lebenserwartung (Frauen):53 J.
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