Haiti
Ein Jahr nach dem Erdbeben
Vor fast einem Jahr, am 12. Januar 2010 zerstörte ein schreckliches Erdbeben weite Teile Haitis. Ärzte ohne Grenzen startete nach der Naturkatastrophe den größten Einsatz in der Geschichte der Organisation. Innerhalb von Tagen waren rund 3.400 Mitarbeiter im Land aktiv. In den ersten drei Monaten nach dem Beben behandelten diese 165.000 Menschen, setzten zehn Krankenhäuser in Stand und bauten vier neue auf. Die akute Nothilfe sollte gerade wieder in reguläre Programme überführt werden, als im Land die Cholera ausbrach. Bis heute hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 91.000 Menschen mit der tödlichen Durchfallerkrankung behandelt. Das sind knapp 60 Prozent aller behandelten Fälle. Ein Jahr nach dem Erdbeben hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 8.300 Mitarbeiter in Haiti. Die medizinische Notsituation ist noch lange nicht vorüber. In einem Bericht legt die Organisation detailliert dar, für welche Hilfsmaßnahmen die Spendengelder ausgegeben wurden - allein für 2010 wird von 104 Millionen Euro ausgegangen. Zudem setzt sie sich kritisch mit den Herausforderungen der Hilfe auseinander und geht der Frage nach, weshalb die Lebensbedingungen in Haiti immer noch so katastrophal sind. Ärzte ohne Grenzen wird aufgrund der anhaltend problematischen humanitären Lage den Einsatz im Land mit umfangreichen Projekten fortsetzen und rechnet mit einem Budget von 46 Millionen Euro für 2011.
Haiti 2010: Leben in provisorischen Unterkünften.
Pressemitteilung
Haiti 2010: Port-au-Prince nach dem Erdbeben.
Bericht
Video
Fotostory
Haiti 2010: Sauberes Trinkwasser - eine logistische Herausforderung
Blog
Outreach beim
Cholera-Einsatz: Als
Logistiker in Leogane, Haiti
- Cholera
- Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
- Logistik
- Planung und Organisation aller Aufgaben, die zur Durchführung der Projekte notwendig sind.
Logistik eines Cholera-Zentrums
In einer interaktiven Darstellung können Sie sehen, wie ein
Cholera-Behandlungszentrum aussieht und funktioniert.
- Cholera
- Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
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10. Januar 2011
Fotos: Spencer Platt/Getty Images, Kadir van Lohuizen / NOOR, Ron Haviv/VII